Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 6 · p. Seite 602

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 6
Article
Kassel nach der Fremdherrschaft
Date
1934-01-01
Page
Seite 602 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829999-2830006-2839241--53125-2839312
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

602 Felix Lazarus -statt.; Der Kurprinz und Mitregent war nicht erschienen, ver- . mutlieh :durch die Ablehnung(.des von. der: ]Regierung :1828: aihentgeltlich zur! Verfügung gestellten Bauplatzes^ verärgert/: Iir trostlosem Zustand befand sich das Schulwesen, als die neu begründeten Vorsteherämter diese Aufgabe energisch i in Angriff nahmen. Allein im Bezirk des Kasseler Vorsteheramtes waren etwa 40 isr. Volksschulemerrichtet worden^ Auf diesem von Pinhas gewiesenen Wege schritt Romänn weiter. Wohl der größte Teil der von ihm hinterlassenen zahllosen Akten betrifft das' Schulwesen. Entsprechend der Verfügung vom Juli 1837 waren die isr. Schulen alle 3 Jahre durch die Provinzial- resp. den Landrabbiner inbezug auf den Religionsunterricht zu inspizieren. Dieser Pflicht nimmt er sich mit heiligem Eifer an, wobei er manchmal in Konflikte gerät2. Mit seinem Kollegen im Landrabbinat; dem Seminarzu erscheinen ■etc. > Für einen freund). Hinweis bin ich Herrn Horwiiz hier zu Dank Verpflichtet.) 1 Hoch im letzten Augenblick schien, die Feier gefährdet. Am Vorabend um 10% Uhr erhielt R. den Besuch eines hohen Beamten aus der nächsten Umgebung des . Fürsten, der von ihm eine schriftliche Erklärung forderte, daß beim Bau nichts ohne seine (Rs) Genehmigung geschehen sei. ״Sie sehen“, meint er in seinem Eilschreiben an den .Gemeindeältesten, ״daß der Rabbiner beim Minister immer noch mehr gilt, als bei den Juden. Unbegreiflich bleibt mir die Sache, ich kann sie mir nur durch eine Denünziation erklären. Denken Sie sich eine solche Schlechtigkeit, am Ende noch einen.solchen Streich spielen zu wollen“. Er empfahl dringend tiefstes Schweigen über die; Sache, da man nicht wissen könne, worauf sie hinauslaufe. Schon am 29. 7. war ihm ein anderes Gerücht zugetragen worden, der Fürst habe auf der Parade den Militärmusikkorps jede Mitwirkung bei der Feier aufs strengste verboten. In letzter Stunde müßte infolge- ,dessen das ganze Programm geändert werden. Ein. ausführlicher Bericht über den. Verl auf fand sich in der Casseler Allgemeinen Ztg. vom 10.8. mit einem ל Auszug■ aus der Weihepredigt) Romaims ■ Eine anonyme Schmähschrift; über die Festlichkeit, gedrückt in Heidelberg 1840, die sich, wie es den Anschein hat, nicht erhalten hat, hatte den Titel: ,,Beleuchtung des Programms für die am 8. August 1839 stattgehabte Einweihungsfeier der Synagoge zu Kassel, ein wohlgemeinter Wink für Gemeinden, welche öffentliche. Religionsfeieflichkeiten begehenj für Vorsteher, welche solche anordnen und für; Rabbiner, welche dabei funktionieren wollen“. .?׳ In Abterode sind die jüdischen Kinder in die christliche Ortsschule eingeschult. R. findet auf seiner Inspektionsreise die grauenhafteste Unwissenheit auf allen Gebieten vor, beklagt sich;bei der Regierung und greift damit in die Rechte des Pfarrers und Ortsschulinspektors ein, der in seinem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.