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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 6 · p. Seite 601

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 6
Article
Kassel nach der Fremdherrschaft
Date
1934-01-01
Page
Seite 601 (sequence 15)
Language
German
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Kassel nach der Fremdherrschaft 60} fung. der• ■Bewerber־ um .Rabbinatsstellen“ zu stellen* 1. Am 1. September 1836 soll er, zunächst provisorisch, sein Amt antreten. Am 30. September 1837 schlägt ihn die Regierung zur definitiven Anstellung vor. Die erste wichtige Aufgabe, die des ,neuen Seelenhirten harrte, war die Schaffung einer würdigen Andachtsstätte für die stark gewachsene Gemeinde. י Unter der Oberleitung des berühmten Oberbaurats Schuchhardt und der speziellen Bauführung eines Sohnes der Gemeinde, des Architekten Albrecht Rosengarten2, erstand ein Bau, der der Hauptstadt des Landes zur Zierde gereichte3. Am 8. August 1839 fand die Einweihung nie etwas im Druck erschienen. Indes hat er in einem mir nicht zugänglich gewordenen Aufsatz die judenfeindliche Schrift eines getauften Juden, eines ehemaligen bayrischen Lehrers, widerlegt. Auch auf talmudischem Gebiet war der ja allerdings noch in jugendlichem Alter stehende Mann keine Kapazität. Nach Japhets Zeugnis legte er alle wichtigeren kasuistischen Fälle auswärtigen Gelehrten, vermutlich den Fürthern Wolf Hamburger (Enc. j. VII Sp. 89ל f.) und Kargau (Menachem Mendel Enc. j. IX, 962 f.) vor. (Jahrb. a. a. 0. 207.) 1 Heß spricht von ,,Machinationen der Obscuranten“, von talmudischem Finsterling, verschrobenem Talmudisten. Frensdorf wie Romann seien beide Vertreter des krassesten Pharisäismus und genössen keinen literarischen Ruf. Geiger eigne sich seiner zwerghaften Gestalt wegen nicht (!). Die prüfende Kommission bestand aus den Marburger Gelehrten Hupfeid, Justi, Creuzer und Rubino. Letzterer, der Sohn eines Fritzlar er Handelsjuden, gehört zu den ersten j. Hochschullehrern Deutschlands und wirkte seit 1832 als Professor für alte Geschichte und klass. Philologie in Marburg. Eine Zeitlang wirkte er auch in Kassel als Lehrer am isr. Seminar. So gehört er 1825 der Seminarprüfungskommission an und erteilt 182ל nach Rosenbachs Tode unentgeltlich Geschichtsunterricht an der Anstalt. 2 S. Horwitz ,,die Casseler Synagoge und ihr Erbauer“ 24—27, ,,Gesch. der Synagogengem. Kassel.“ I, 46, 48, 58, 63, 69, 96. 3 Als Frankfurt a. M. 1843 mit dem Plan umging, ein neues Gotteshaus zu erbauen, wandte der Vorstand sich nach Kassel mit der Bitte um die Baurisse. ״Ein in seiner Art sehr stilvolles und in Anlehnung an orientalische Formen harmonisch ausgestaltetes Bauwerk“ (Brunner,. ״Gesch. d. Residenzst. Gassei“. 393. Baron Meyer Anselm von Rothsehild vergaß großmütig seinen einstigen langen Prozeß streit mit der Gemeinde und spendete zu den Kosten .300 Louisdor. (Allgem. Ztg. d., Jt. 1839. Nr. 3, S. 11; auch andere Blätter wie die Leipziger Allgem. v. 9. Aug., die Ausgburger Allgem., der Schwäbische Merkur, der Hamb. Korrespondent bringen Einzelheiten über die Einweihung, so über den Nichtempfang der }. Deputation durch den Regenten, das Verbot für die.Beamten, in Uniform

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