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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 6 · p. Seite 594

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 6
Article
Kassel nach der Fremdherrschaft
Date
1934-01-01
Page
Seite 594 (sequence 8)
Language
German
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594 Felix Lazarus punkt von Pinhas Wirken. Aber die ,Kurhessische .Verfassung,, nach dem Muster der Belgischen gearbeitet, die;freisinnigste in ganz Deutschland, kam zustande, ohne daß ein besonderes Judengesetz überflüssig geworden wärei Als nun endlich auch das dritte der Hessischen Judengesetze 1833 erschien, als ,,aus der langen Nacht, der leidenvollen, uns ein heitres Sonnenlicht entquollen"', und ״jauchzt; der Menschheit Genius: '1, da war der Jubel groß. Die allernächste Zukunft sollte die Hessischen Juden, wie ihre christlichen Mitbürger darüber belehren, daß. nach dem Kampf um die Verfassung genau wie um die Gleichberechtigung der Kampf um ihre Durchführung folgen würde, ein Kampf, der erst mit der. Selbständigkeit des Kurfürstentums endete. ]!essen“ von Jacob Pinhas. Cassel 1832. ,,Hohe Ständeversammlung etc.“ Hat 14 Unterschriften als Anlagen.“ Cassel im Mai 1831. ״Zwei Denk- Schriften an die kurhessischen Landstände von Dr. Pinhas.“ ״Fragmente aus einer älteren Denkschrift über die Organisation der isr. Gemeinden in den deutschen Bundesstaaten, namentlich in Kurhessen“ von J. P., Cassel 1832. Außer diesen im Druck erschienenen liegen eine Reihe von weiteren Eingaben an die Behörden in den Akten. Das von dem Landtag verabsehiedete Judengesetz wurde infolge der Landtagsauflösung von der Regierurig nicht sanktioniert. Gabriel Rießer schrieb in ״Der Jude“ die Yerzögerung der Sanktion einzig und allein dem Einfluß des Ministers Hassenpflug (״Der Hessen Fluch“) zu. Ein letztes Hindernis trat ein, als der Adel für die ihm künftig entgehenden Judenschutzgelder eine Entschädigung beanspruchte. Von alters her hatten nämlich eine Anzahl von ״Landsassen‘4 das Recht der Judenaufnahme (s. Kopp-Wittich ״Handbuch“ V, 490 ff.). Dank der hinreißenden Rede Schomburgs beschloß indes die Kammer, die Entschädigung für die Standesherren auf die Staatskasse zu übernehmen, ungefähr 18 000 Rtlr. zu 5 Prozent verzinslich. ״Vergegenwärtigen wir uns den schmählichen Druck und alle Unbilden, unter welchen die Israeliten seufzen mußten, forschen :wir unbefangen nach den Ursachen des zum ,Teil noch jetzt tieferen Standes der Israeliten auf dem Lande,,׳ und, wir werden, die Hand aufs Herz gelegt, zu keiner anderen Antwort gelangen, als die: Jene Zustände von Erniedrigung und Versunkenheit während vieler Jahrhunderte beruhen auf eignem Verschulden der christlichen Kation. Es sei eine Forderung der Vernunft,, der Gerechtigkeit und der Liebe, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß keine, Klasse in Absicht auf Anerkennung menschlicher Würde und staats - bürgerlicher Befähigung hintenan gesetzt werde,“ 1 ״Gefühle eines hessischen Israeliten am Tage der Verkündigung des Gesetzes über die gleichförmige Anordnung der Verhältnisse der Israeliten.“;Cassel 1833, Druck von Jeiome Hotop;. <

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