Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Pfefferkorns Sendschreiben von 1510
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 586 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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586 M. Spanier Fürsten zu bestechen versuchten, während W vorsichtiger nur von einigen Christen redet. Die Herren und Fürsten sollten sicherlieh nicht verletzt werden. Von den verführten Christen wird in B gesagt, daß sie nicht wissen, was sie tun1; in W wird Gottes" strenge Bestrafung für diese Christen in Aussicht gestellt, die nicht Freunde, sondern Feinde des Kaisers seien2, wie überhaupt die Gegenwehr hier mit stärkeren Ausdrücken verlangt wird. Das Stück ,,Hernach volgen Etliche'■.׳artickel So. die Juden teglich wider das Christlich Regiment jn jrer sprach vermaledeyen vnd verfluchen“ ist erst in W hinzugefügt. Schon im ״Judenfeind“ 1509 (l2) hatte Pfefferkorn in ganz ähnlicher Weise die schmähenden Bezeichnungen angezeigt. Das Schlußgedicht teilt B in der ersten Fassung mit. Durch die Hinzu füg ung der hebräischen Umschrift über den Versen in W3 sollte der Kölner Brief Pfefferkornischer erscheinen; da aber dem Abschreiber diese Buchstaben Schwierigkeiten machten4, wurden die Verse gekürzt (daher erscheint der erste Vers in W etwas seltsam), dann wohl auf dünnem Papier gedruckt und den Briefen wie z. B. dem Wolf enbüttler Exemplar geschickt auf geklebt5. Der neue Schlußreim ist in seiner Kürze recht wirkungsvoll, und die Reimworte in hebräischer Schrift: glaben: haben, sind sicher echter Pfefferkorn. Rhomanus hatte ein Exemplar des Schreibens in der Form von W vor Augen. Er drückt ,,Etliche artickel“ ab und vermehrt sie noch aus eigener Kenntnis. T hat die Schlußverse nicht, da der Autor nur abschreibt, was er erzählend verwenden kann. 1 Derohalb sie die / wo weißheit in ynen were / wol vnder lyssen. Pan was goth fugen, will, er durch sie oder yre Wort nit tzu ruck stellen fivill ist Apo koinu, die Punkte im Pruck machen es deutlich)! In lob vnd eer, F 2 a. 2 Es ist also unrichtig, wenn Graetz 94, 89 meint, Pfefferkorn wolle mit diesem Briefe alle christgläubigen Menschen^ermahnen, dem Märchen der Juden, als sei der Kaiser ihr Freund, keinen Glauben zu schenken. fc. 3^Durch mich Johannes Pfefferkorn, Messyas ist lang geboren, Pas wilt du Jud nit glauben, Spott zum schaden raustu haben. 4 Die hebräischen Buchstaben sind auch im Druck nicht so korrekt (Verwechselung von r und dt), wie sie bei Böcking erscheinen. 5 Seltsamerweise bisher nicht bemerkt.