Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Frage der "zehn Märtyrer"
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 579 (sequence 5)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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Zur Frag© der ״zehn Märtyrer“ 5791 Das Gleiche gilt für die Interpretation der Toseftastelle, aus der sich dann ergeben müßte: 5. daß ר׳ שמואל הקטן, der den Tod dieser beiden Märtyrer prophezeit hatte, ebenfalls schon zur Zeit des Tempels lebte1 und 6. daß in Jawneh vor der Zerstörung des Tempels bereits ein Lehrhaus war, an dem ein ר׳ גמליאל gewirkt hatte2. Da nun diese Folgerungen durchaus im Bereiche historischer Möglichkeit liegen und mit den sonstigen Quellen in Einklang zu bringen sind, scheint uns diese Interpretation mehr als alle anderen Deutungsversuche der geschichtlichen Wahrheit näher zu kommen. Damit wäre aber erwiesen, daß die ältesten der in den Listen genannten Märtyrer schon zur Zeit des Tempels lebten und daher nicht während der hadrianischen Verfolgungen, sondern viel früher starben. Nachdem die Gleichzeitigkeit der Märtyrer sich als unhaltbar erwies, wollen wir an Hand der Gesamtliste prüfen, inwieweit sich die Zahl ,,zehn“ aufrecht erhalten läßt. Wir besitzen vier Listen, in denen zehn Märtyrer aufgezählt werden: ,מדרש תהלים מדרש אלד, אזכרה, איכה רבתי und 3מעשה עשרה הרוגי מלכות. Die sechs be~ kanntesten Namen, die im Talmud und zum Teil schon im äl~ testen Midrasch erwähnt werden4, kommen in allen vier Listen vor. Diese sind (alphabetisch geordnet): חוצפית,חניבא בן תרדיון,יהודה בן בבא, ישמעאל, עקיבא, שמעון בן גמליאל♦ Ebenso enthalten alle vier Listen den Namen des Synhedrialsekretärs ישבב. Dagegen widersprechen sich die Listen in bezug auf die noch fehlenden drei Namen, so 1 Vgl. Seder Hadoroth, Teil II, S. 90 f. u. S. 350; Frankel, a. a. 0., S. 73, Anm. 8; A. Hyman, ת־לדות תנאים ואמוראים, London 1910, S. 1148 f. Über seine תקנה in Jabnel! vgl. auch M. Bloch, שערי תורת התקנות Bd. I, Wien 1879, S. 183, § 2, der die Beweise des Seder Hadoroth als ״ראיות 4ברורות׳ bezeichnet. S. jedoch V. Aptowitzer in MGWJ., Jahrg. 74 (1930), S. 108 f. 2 Vgl. M. Sanhedrin XI, 4 und Raschi zur Stelle in Sanliedrin 89a; Gittin 56b; Seder Hadoroth II, S. 91b; Hyman a. a. O., S. 677b; S. Klein in ״Encyclopaedia Judaica“, Bd. I, Sp. 1172. S. dagegen Graetzin MGWJ I, S. 321 t und Aptowitzer a. a. O. S. 109, Anm. 3, Absatz 2. 3 S. oben S. 575, Anm. 2. 4 Vgl. Zunz, Gottesdienstliche Vorträge S. 150, Anm. b und Syn. Poesie, S. 139 f. 37*