Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein jüdisch-hellenistischer Midrasch über den Auszug aus Ägypten
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 573 (sequence 16)
- Language
- German
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Ein jüdisch-hellenistischer Midrasch über den Auszug aus Ägypten 573 pal. Midrasch. ,,Und alles Volk, daß er (Pharao) zu Verfolgung Israels hinausgeführt hatte, warf der Herr, unser , Gott, mitten ins Meer, in die Tiefen des Abgrunds, statt der Kinder Israel. Dafür, daß die Ägypter deren Kinder in den Strom geworfen hatten, nahm er an Millionen von ihnen Rache“ (Jub. 48u). So auch im Midrasch: שבמחשבה שחשבו מצרים לאבד את ישראל בה אני דנן. הם חשבו לאבד את בני במים איני נפרע מהם אלא במים (Mechilta zu- Ex. 1426, ed Horovitz-Rabin S. 116). Zum Zusammenhang zwischen 2. und 3. wäre zu vergleichen Midrasch Tanchuma und Seder Eliahu (w. 0.), wo bei der Behandlung der Erstgeburtplage beide Motive aufeinander folgen. Dem Schema gemäß sollte nunmehr eine מדה טובח der Strafe der Ägypter gegenübergestellt werden. Da sich eine solche dem Prediger nicht einstellte, mußte eine mildere Strafe der Hebräer in der Wüste gleichsam als מ״ט geschildert werden1. •. Als solche Antithese zur Erstgeburtplage führt hier der Prediger die Pest in der Wüste an (Num 17u ff.), die dank der göttlichen Milde nur. von kurzer Dauer war (182025־)• In der Be- Schreibung des Hohenpriesters, dessen Erscheinen der Seuche ein Ende machte, lesen wir: ,,Denn auf seinem langen Gewand war die ganze Welt“ (1824). Dieselbe Deutung des hohenpriesterliehen Gewandes als Symbol für das Weltall finden wir bei Philo und Josephus2. Dieser Umstand spricht dafür, daß wir mit einem Gemeinplatz des hellenistischen Midrasch zu tun haben. Es folgt eine kurze Zusammenfassung der besprochenen Wunder (196-13)3. Die letzte Synkrisis gilt dem aus dem Midrasch wohlbekannten Vergleich der Ägypter mit den Sodomitern (V. 14—174. Eine rationalistische Erklärung der biblischen Wunder — (die Wunder eine Umstellung nicht Umbildung der Elemente V. 18—21) — und eine am Ende des homiletischen Vortrags 1 Einen ähnlichen Fall haben wir oben bei der Besprechung der ehernen Schlange kennen gelernt. 2 Philo Vita Mos. II 126; Josephus Ant. III 1,1. vgl. auch Philo De profugis 110. 3 V. 19 ist von den Tieren die Rede, die ihre Natur geändert haben, Xep3«Ta ~(äp ets Ivuopa pTeßaXXexo. Dazu vgl. Philo Vita Mos. I § 103, die Übereinstimmung ist z. T. auch wörtlich. 4 Die Ägypter mit den Sodomitern verglichen Mechilta zu Ex 152, Hör. Rab. 122. S. auch Tosephta Sota 3.