Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 6 · p. Seite 571

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 6
Article
Ein jüdisch-hellenistischer Midrasch über den Auszug aus Ägypten
Date
1934-01-01
Page
Seite 571 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829999-2830006-2839237--53089-2839281
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ein jüdisch-hellenistischer Midrasch über den Auszug aus Ägypten 571 seitens der Judenfeinde. Schon der im 2. vorchristlichen Jahrhunderte schreibende jüdisch-hellenistische Dramaturg Ezechiel sucht diesem Vorwurf zu begegnen, indem er behauptet, die Israeliten hätten sich nur den Lohn für ihre vieljährige Arbeit von den Ägyptern wiedergeben lassen1. Diese Antwort werden wir später bei Philo und im Talmud wiederfinden. Im Talmud wird von den gehässigen Angriffen seitens der hellenistischen Judenfeinde klar gesprochen2. Auch aus der einschlägigen Stelle bei Philo hört man die judenfeindliche Anklage klar heraus3. Darauf spielt auch Sap 1017 offenbar an. Sie (die Weisheit) gab den Frommen den Lohn ihrer Mühen wieder"4. Der Midrasch versucht aber noch eine andere Lösung. Der Schriftvers ,,und Gott gab dem Volke (Israel) Wohlgefallen in den Augen der Ägypter" (Ex 113) wird dahin gedeutet, als hätten die Ägypter den Israeliten aus Wohlwollen ihre Gold- und Silbergerate selbst ausgeliefert. Diese Gunst der Ägypter gegenüber den Israeliten wird als Folge ihres guten Verhaltens während der Finsternis erklärt. Die Israeliten hätten die Tage, in denen die Ägypter von tiefer Finsternis bedrückt waren, nicht dazu benutzt, an ihren Verfolgern Rache zu nehmen. Zwar wird in Sap. von der Dankbarkeit der Ägypter gesprochen, während im Midrasch vielmehr ihr Vertrauen zu den. Israeliten betont wird; aber in beiden agadischen Quellen hängt das Wohlwollen 1 xa&■’ e׳rcpa£av juafrov 07:000331 ßpoxoT; V. 166. Ygl. dazu Z. Frankel, Über den Einfluß der palästinensischen Exegese auf die alexandrinische Hermeneutik, S. 117. 2 Sanhedrin 91a: באר בני מצרים לדון עם ישראל לפני אלכסכדרום מוקדון רכו׳ 3 ,,Viele Beute trugen sie davon . . . nicht aus Gewinnsucht, oder wie man wohl anklagend sagen könnte (03; av xi;׳ Xfrc7ft0pu3v 817:01), aus Verlangen nach fremdem Gut, sondern einmal als den durchaus angemessenen Lohn für die Dienste, die sie die ganze Zeit hindurch geleistet hatten (5>v 7:opo TcavTo. zhv 7pdvov 67r^pd־ypav «vGqxaiov ^1a&6v xop.1Cdp.evo1), Vita Mos. I § 141, und ib. § 142: wie im Frieden nahmen sie ihren Lohn (03; iv 8ip7jvfl p.t30־dv kap.ßavovis;), — Die Worte eha 02 . . . (die ägyptische Beute Belohnung für die beraubte Freiheit) bilden eine Erweiterung des alten agadischen Gedankens durch Philo. Man vergleiche den Ausdruck xc׳~a00üXu)3ap.sv0i § 142 mit Sap. XIX, 14: $svofj<; ioouhoovxo, der die Benutzung der Sap. von Philo noch wahrscheinlicher macht. 4 dncsötuxev 0310t; p.1396־v xoxwv aoTÖov.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.