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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 6 · p. Seite 551

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 6
Article
Ein Gedicht Ch. N. Bialiks
Date
1934-01-01
Page
Seite 551 (sequence 7)
Language
German
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Ein Gedicht Ch. IST. Bialiks 551 Dies wird deutlich werden, wenn wir uns nun der Herkunft jener kühnen Vorstellung zuwenden: der rechte Flügel der Sch'china sei gebrochen. Gottes Rechte — Z. 6. das ist nach einem Midrasch die Thora1. Ein anderer — und zwar zu den Klageliedern2 : Bialik schreibt das Gedicht im Trauermonat Tammus3 *— bringt eine solche Fülle von für uns wichtigen Motiven, daß wir ihn hier in auszugsweiser deutscher Uebersetzung wiedergeben wollen: ,,Erließ zurückweichen seine Rechte vor dem Feinde. R. Asarja ini Namen von . . . . sagte: Als die Sünden dazu führten, daß die Feinde in Jerusalem eindringen, nahmen sie die Helden Israels und banden ihre Hände nach rückwärts. Da sprach der Heilige gelobt sei er: ,,Mit ihm bin ich in der Not׳‘ (Ps 9115; vgl. Z. 12!) habe ich in der Thora (sic!) geschrieben, und jetzt sind meine Söhne im. I>eid und ich, gleichsam, im Weiten, da ließ er seine Rechte zurückweichen“. In der nun folgenden Auslegung von Daniel 12ls לקץ הןמין heißt es zum Schluß wörtlich: ,,Zum Ende der Rechten, jene Rechte, die unterworfen ist. Ein Ende habe ich gesetzt meiner Rechten; habe ich meine Söhne erlöst, so habe ich meine Rechte erlöst . . .“ Dieser Ausdruck des Gedankens von גלות שכינה, der Abhängigkeit Gottes auch von Israels Schicksal4, hat Bialik nun dadurch auf die Spitze getrieben, daß er הימי שהיא משועבדת, die unterworfene Rechte, zu Z. 6. כנף ימינה השבורה, zum gebrochenen Flügel der Sch'china werden läßt. Der Grund für dieses Fortschreiten ist Z. 6. deutlich: das Galuth der Midraschzeit war noch von Thora erfüllt, das Galuth dieser Zeit ist auch von ihr entblößt. 1 מדרשל •תחלים, ed. Buber, Wilna 1891, zu Ps 60״, S. 305: להושיע מימינו• אש דת למר׳. t ימינך ועבכי זו תורה שניתכה בימין, שנאמד 2 Thr. s. zu III 23. . . 3 Die Angabe des Entstehungsmonats bei den Gedichten, die oft fehlt, besagt fast imt&er eine kalendarische Beziehung zum Inhalt. 4 Vgl. dafür etwa noch :מדרש תהלים, a. a. Q., zu Ps 91 Ende: *אודך המקראות הקשים שישועתו של jjs ימל® אשביעהו; ואראהו בישעותיד אמר רי-אבה^־זה אהד הקב^ה היא ישועתו של ישראלי . vי••־••־-.•:׳:׳

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