Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 5)
- Language
- German
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- Rashi 2× ep/1002670
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Besprechungen 537 Luti־un gelesen und wie neufranzösisch lufcin als Kobold erklärt werden, um so eher, als Brandin (REJ XLIII, 80) Luiton nicht nur bei Rabbenu Gersom, sondern, wie es scheint, auch bei Raschi bezeugt findet. Ko. 208r beim Ziehbrunnen (cigogne-Storchbrunnen) ist vielleicht nicht outre (Schlauch) am Platz, eher seau (Eimer). Und nun die Wünsche und Erwartungen. Die romanische Philologie erwartet gewiß von Blondheim, daß er nunmehr das Ergebnis seiner tief eindringenden Raschi-Studien fortsetze: welche Bereicherung verdankt unsere Erkenntnis des altfranzösischen Wörterbuches den Loazim, welche Bestandteile des altfr. Wortschatzes, die sonst unbekannt geblieben wären, sind durch Raschi bewahrt? — Auch die Wissenschaft des Judentums darf wohl Wünsche und Erwartungen äußern. Im vorliegenden Band ist der Stoff im Hinblick auf Romanisten gegliedert. Ausgegangen wird vom altfr. Wort, zu dem dann die hebräischen Entsprechungen verzeichnet werden, so ist z. B. Mestier 05ל die altfrz. Übersetzung von vier verschiedenen hebräischen oder aramäischen Worten, pele ,,Schaufel“, 787 von acht lind cheville ״Pflock-Nagel“, 203 gar von neun hebräisch-aramäischen Worten. Für das Talmud- und Raschistudium wäre nun auch eine Umgruppierung des reichen Stoffes zu wünschen nach der Reihenfolge der Talmudtraktate und deren Seitenzahlen, ungefähr folgenden Inhaltes: 1. Talmudisch.es Stichwort, 2. Erklärende Glosse Raschis, wo sich eine solche bietet, 3. Der altfranzösische Wortbestand, 4. Übersetzung ins heutige Französisch, Deutsch oder Englisch. Diese Aufgabe könnte ein Schüler Blondheims mit Leichtigkeit ausführen.; Eine Vergleichung der talmudischen Glossen Raschis mit den biblischen und mit denen seiner französischen Nachfolger dürfte wohl dem zweiten Band des Blondheimschen Werkes Vorbehalten sein. Im vorliegenden Band enthält sich Blondheim noch der Vergleichung, auf Raschis biblische Glossen finde ich einen einzigen Hinweis (S. 147, Anm. 2 Wendelstein). Die Vergleichung der Glossen Raschis mit denen seines Vorgängers R. Gerschom hat bereits Jules Brandin vollzogen. Nahe liegt es, aus Raschis altfranzösischem Wortschatz auf den Kreis seines Interesses und seiner Bildung zu schließen. 1102 Glossen hat Blondheim zusammengestellt: elfhundert Worte bieten ja an sich schon einen beträchtlichen Schatz, mit dem so Mancher Zeit seines Lebens auskommt. Dieser Wortschatz zeigt aber eine bezeichnende Eigenart. Es überwiegen die Realien: Tierwelt mit den Körperteilen der Tiere, mit den Krankheiten, mit Fischfang; Pflanzenwelt; Mineralien mit Technologie; Handwerke, Baukunst, Werkzeuge. Besonders reich gestaltet sich das Botanische. Von den 1100 Glossen dient ein Zehntel zur Bezeichnung von Gewächsen und Früchten. Immanuel Löw hat den Pflanzennamen bei Raschi eine besondere Untersuchung gewidmet: Er findet in seinen biblischen und talmudischen Glossen 128 Pflanzennamen, davon 62 durchaus richtige Gleichsetzungen, einige zweifelhafte und 22 unzutreffende (Berliner Festschrift 1903, 232 f.). Besondere Beachtung verdient die Fülle der Glossen,