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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 5 · p. Seite 515

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 5
Article
Der Begriff der Kawwana in der alten Kabbala
Date
1934-01-01
Page
Seite 515 (sequence 24)
Language
German
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Der Begriff der Kawwana in der alten Kabbala 515 des sich entziehenden Lichtes1 stammt2, das weder Gestalt noch Bild hat, weder Maß noch Größe, weder Schätzung noch Grenze, weder Ende noch Grund noch Zahl und das in gar keiner Hinsicht endlich ist. Und wer sich solcherweise durch die Kraft seiner Intention von einem zum andern3 erhebt, bis er zum Unendlichen (En Sof) gelangt, der muß seine Kawwana auf eine Weise lenken, die dem was er zustande bringen will4, entspricht, so daß der obere Wille sich in seinen Willen kleidet. Denn der Ausfluß5 ist nur dann wie der unerschöpfliche Quell, der nie abbricht, wenn er bei seiner Annäherung an den oberen Willen sorgfältig darauf achtet, daß der obere Wille sich in den Willen seines Verlangens kleidet. Wenn dann der obere Wille und der niedere Wille in seiner6 Identifikation,, in seinem Haften an der Einheit7, eines werden, so ergießt sich der Ausfluß reichlich genug, um seinen Vorsatz durchzuführen. Die Durchführung des niederen Willens aber geschieht nicht, wenn seine Annäherung zu Gunsten seines eigenen Bedürfnisses geschieht, sondern nur bei seiner Annäherung an den oberen Willen, der sich in ihn kleidet, um genug von der Identifikation zu manifestieren, die sich (sonst) im Verborgensten verbirgt. Und wenn er sich auf solche Weise nähert, so nähert sich auch der obere Wille ihm, und gewährt seiner Kraft Festigkeit und seinem Willen Antrieb, alles zu voll■־ enden und durchzuführen, und sei es selbst zu seinem eigenen Bedürfnis, an dem der obere Wille nicht teilhat. Und so meint es der Vers (Prov 1129) ,,Wer Gutes erstrebt, sucht den Willen' Denn soweit sein Wille an einem Gegenstand haftet, der dem oberen Willen entspricht, kleidet sich der Antrieb (des göttlichen 1 Hiet sind also gerade die beiden Begriffe כבוד שלימות und האור המתעלם, die oben in gewissem Kontrast zueinander auf getreten sind, in einem einzigen verbunden! 2 Falls das מן partitiv zu verstehen ist, wäre zu übersetzen: ״die zu ihr gehört“. 3 מדבר לדבר hier wohl kaum sprachlich ״von Wort zu Wort“ zu verstehen. 4 השלמה, bedeutet Durchführung des Vorsatzes. 5 Der Strom der Emanation, der vom göttlichen Willen ausgeht. 6 Des Willens. השואה ist bei den Kabbalisten sowohl Identifikation wie Identität selbst. 7 Oder: in der Verbundenheit der Einheit. 33*

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