Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Begriff der Kawwana in der alten Kabbala
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 19)
- Language
- German
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51Q Gerhard Scholem namenlosen Urquell des En Sof zu tauchen1. Das magische Element tritt hier noch sehr zurück, klingt nur erst an: es ist nicht nur ein Tauchen in den Urquell des En Sof, sondern auch ein Hera usrufen des En Sof aus dem tiefen Urquell des Willens, was das Gebet des Mystikers vollbringt, das an diesem kritischen Punkte schon den Umschlag in das Gebet des Magiers in sich faßt. In tiefsinniger Umdeutung — die hier (ohne Quellenangabe wie alles in Gikatilas Werk) aus zwei Stellen des Sohar entnommen ist2 —־ wird das Psalmen-Wort 130! ״aus der Tiefe rufe ich dich“ in diesem Sinn erklärt: nicht ״aus der Tiefe rufe ich zu dir“, sondern ״aus der Urtiefe .rufe ich dich heraus“. Die vollständigste Durchdringung der mystischen Auffassung der Kawwana mit dem magischen Element findet sich aber in einem andern־ Dokument. In einer großen Zahl von Handschriften spanischer Kabbala liest man ein Stück, das ״ שטר הכוונה למקובלים הראשוניםKapitel über die Kawwana, von den alten Kabbalisten“ heißt. Dieser kurze Text gibt eine sehr genaue und kostbare Beschreibung dessen, was in der Kawwana vorgeht. Die Ausführlichkeit und Genauigkeit des Ausdrucks, die in der Literatur der spekulativen Kabbala kein anderes Gegenstück mehr hat, haben wir zweifellos dem Umstand zu verdanken, daß der Autor die Magie der Kawwana beschreiben wollte — dabei aber zugleich ihr mystisches Wesen bis zu einem hohen Grad mitbeschrieb. Tritt doch das Verhältnis dieser beiden Gebetshaltungen in seltener Eindringlichkeit und Klarheit hier hervor. Die mystische Konformität des Willens wechselt sichtbar zu 1 Ich setze aus der langen und sehr prägnant formulierten Darlegung nur einige Sätze her, um das im Text gesagte zu belegen: כי עלתה בתפלתה עד שם אהי׳״ה ומשם הפיקה רצונה י ♦ ראוי להעלות כוונתו למעלה למעלה לפנים מן העולם הבא עד מקום הכתר שהוא אהי״ה שהוא אין סוף.י " דע והבן שאע״ם שאנו אומרים שהרוצה להשיג חפצו מאת ה׳ ית' יהיה מתכוון באותו השם הידוע משמותיו לאותו החפץ שהוא צריך אין כונתו לאמור שיתכוון לאותו שם בלבד ויעמוד אלא כונתו לומר שיתכוון באותו השם שהדבר שהוא.צריך תלוי בו וימשיך כונת אותו השם עד סוף עשר ספירות שהוא המקור העליון הנקרא מקור הרצון וכשיגיע למקור הרצון אז יפיק רצונו ומשאלות לבו וזהו שכתוב פותת את ידיך אל תקרא ידיך אלא יודיך כלומר שאתה פותח סוד יו״ד של שם הויה שהיא מקור הרצון אזי אתה משלים רצון כל שואל " שאדם צריך להתכוון בתפלתו ולעלות מספירה לספירה ומחפץ לחפץ עד שיגיע בלבו למקור החפץ העליון הנקרא אין סוף• •י ממעמקים קראתיך כלומר מאת המקור העליון הנקרה אין סוף. 2 So Sohar II, 63 b: לאמשכא ברכאן מעמיקא דכלא בגין דינגיד ברכאן ממבועא דכלא