Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Begriff der Kawwana in der alten Kabbala
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 501 (sequence 10)
- Language
- German
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Der Begriff der Kawwana in der alten Kabbala 501 (an Gott) stehende Denken“1 —kein intellektueller, sondern ein voluntaristischer Akt ist, dem Sinn des Wortes כוונה entsprechend2. Im Unterschied von jener Definition des letzten Sinns der Kawwana im Jezira-Kommentar verdient es aber hervorgehoben zu werden, daß in den verschiedenen (im Wesentlichen genau übereinstimmenden) Rezensionen von Isaaks Kawwanoth sich keine einzige befindet, die aktuell bis zum En Sof hinreicht. Sie nennen nur die verschiedenen Potenzen, auf die und deren Verbindung die speziellen Kawwanoth bei bestimmten Gebeten sich richten; sie beschäftigen sich also, im Ausdrücklichen wenigstens, nur •mit dem ersten Stadium des oben definierten. Prozesses : wie der Betende in die Welt der ,,Urworte“ hineingenommen wird3 * *. Von dem zweiten Stadium schweigen sie. Es erübrigt sich damit zu sagen, daß eine unmittelbare und ausdrückliche Kawwana auf En Sof selbst, in diesem genaueren Sinne des Begriffs, bei Isaak und der ganzen ihm folgenden alten Kabbala nicht existiert. Daß hier aber der Ausbildung des 1 מחשבה דבקה ist das nicht mehr tätige, sondern selbstversunkene und hingegebene, an seinem Ursprung ,,hangende‘6 Denken, das Isaaks des Blinden Schüler R. Esra in seinem Aggadoth-Kommentar so ausführbch und eindrucksvoll geschildert hat (vergl. Asriels Rezension der Stelle in meinem Buch Kitbe jad be-kabbala s. 197). Sehr gut auch bei Rekanati zur Tora (Gen 4933): ״Wenn die Frommen sich einsam hielten und mit den höchsten Geheimnissen befaßten, so stellten sie es sich in der formbildenden Kraft ihres Denkens so vor, als seien jene Dinge vor ihnen eingegraben. Banden sie nun ihre Seele an die höchste Seele, so nahmen die Dinge zu und enthüllten sich ihnen von selbst aus dem Ur־ sprüngspunkt des Denkens her (מאפיסת המחשבה, ein altes Synonym für En sof, wörtlich ״aus dem Nichts des Denkens“), wie wenn jemand einen Wasserteich öffnet und die Wasser sich weiter und weiter aus breiten, denn das hingegebene Denken המחשבה הדבקה ist der Quell und der Teich und der unversiegliche Born“. 2 Nicht umsonst gebraucht der Sohar.än vielen Stellen רעותא Wille als Übersetzung, z. T. auch als Synonym eines hebräischen כוונה. 3 Als Beispiel gebe ich zwei Erklärungen der Kawwana zu ברכו und zum ברוך der Benediktionen: 1. aus מאור ושמש fol. 36 a: ברכו כשמזכיר את ה׳ מכוין לתפארת שיהיה מבורך מן הברכה וכשחוזרין הקהל לומר ברוך ה' המבורך יכוין כי ברוך לשון ברכות מים וברוך הוא הבריכה העליונה שהיא התשובה והמבורך שהוא מבורך מעצמו• לעולם הוא 2 .משך הברכה לעולם• ועד רמז לכלה הבלולה. aus Esras Gebet-Kommentar Hs. Parma (Stern 46) fol. 63b: ,ברוך כלול מכל כח ממקור חיים ומן החיים ומאור החייב וךוא ברוך ומבורך ומתברך כמעין הבריכה המתברכת קןהןא בלכורך מן המקור הנקרא ברוך.