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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 5 · p. Seite 496

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 5
Article
Der Begriff der Kawwana in der alten Kabbala
Date
1934-01-01
Page
Seite 496 (sequence 5)
Language
German
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496 Gerhard Scholem Kawwana schon einen bestimmten Weg, nicht einfach Intensität und Gesammeltheit des Gebets überhaupt. Zwischen dem Kreis des Eleasar von Worms und den provenzalischen Kabbalisten bestanden aber 1 zweifellos direkte Beziehungen und es ist, was immer deutlicher wird, unmöglich, die Kreise völlig voneinander zu trennen, wie das lange in der Literatur üblich war. II. Der erste bedeutende Kabbalist, dessen Gestalt als Mystiker wir aus den von ihm erhaltenen Fragmenten noch einigermaßen deutlich machen können — so wenig das auch bisher geschah — ist Isaak der Blinde, (der Sohn des Abraham ben David in Posquieres), dessen Lebenszeit ziemlich genau mit der Eleasars aus Worms übereinstimmt1. Und gerade er ist auch der erste, von dem wir nicht nur genauere Traditionen über die Einzelheiten der Kawwanoth bei bestimmten Gebeten besitzen, sondern auch eine Äußerung über den Sinn des Vorgangs der Kawwana, der jene speziellen Anweisungen erst verständlich macht2. Diese erste wesentliche Äußerung über die Kawwana als Meditation eines ganz bestimmten Charakters findet sich in Isaaks unzweifelhaft authentischem Kommentar zum Buch Jezira, der — eine der wichtigsten, aber auch schwierigsten Urkunden der alten Kabbala — noch ungedruckt ist3. Hier äußert sich Isaak über den Sinn 1 Vergl. meinen vorläufigen Aufsatz über Isaak den Blinden in der (hebräischen) Festschrift zu Bialiks 60. Geburtstag 1934) ספר ביאליק) S. 141—162. 2 Seine speziellen Angaben über die Kawwanoth der Stammgebete sind durch seine Schüler, vor allem durch Abraham ben Isaak Chasan, Vorbeter in dem damaligen Mystikerzentrum Gerona, überliefert. Vergl. Neubauer im Katalog der Bodleiana-Hss. in Oxford No. 1945 fol. 47 b und Steinschneider zu Hs. München 92 fol. 216b und 3572. Über den Sinn dieser Meditationen machen diese Traditionen keine Angaben, ebensowenig über die Art ihres Vollzuges. 3 Mir sind von diesem in seinen mir verständlichen Teilen überaus interessanten Kommentar nicht weniger als sieben Handschriften bekannt, davon zwei (im Vatican Fondo Ebr. 202 und in der Biblioteca Angelica in Rom Fondo Antico Or. 46) noch aus der Zeit um 1350. Die beste Hs. ist die Kopie Abraham Grazianos, die die Bibliothek des Hebrew Union College in Cincinnati besitzt: Vergl. Steinschneider im Katalog der Hss. in Leiden S. 96, der nur noch eine Hs. bei J. Reif mann kannte.

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