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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 5 · p. Seite 491

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 5
Article
Glossen zu manchen Bibelstellen
Date
1934-01-01
Page
Seite 491 (sequence 4)
Language
German
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Glossen zu manchen Bibelstellen 491 des Fluches die Freveltat angeben, durch welche die Verfluchung verursacht wurde, wie wir es z. B. Jer 1025 (Ps 796) finden: ...... שפך חמתך על ה3ו:ם ..... בי אכלן! את נעקב; vgl. Jer 1822; Ps 2112; 3ö7; Neh 337. An unserer Stelle aber finden wir in dem mit בי eingeleiteten Satz keine Fluchbegründung, sondern eine Beschreibung des kommenden Unheils, die garnicht mit dem Fluche zusammenhängt. Gegen Duhms Auffassung wieder, daß hier der Prophet selbst gemeint ist, der den Gotteszorn ausschütten soll, spricht die schwerwiegende Tatsache, daß wir in der Bibel keine einzige Stelle finden, der zu entnehmen wäre, daß ein anderer als Gott ,,Zorn ausschüttet“. Nachdem also an sämtlichen Stellen ,,das Ausschütten des Zornes“ einzig und allein auf Gott bezogen wird, so sind wir nicht berechtigt anzunehmen, daß hier der Prophet diese Handlung vollziehen soll. Fallen somit die angeführten Meinungen als stilistisch oder sachlich unbegründet weg, so bleibt nur die einzige Möglichkeit übrig, diesen Versteil als in den Rahmen einer Gottesrede gehörend aufzufassen. Diese Annahme wird durch folgende Tatsachen bekräftigt: 1. Die in einer Gottesrede übliche Schlußformel נאם ןהיה findet sich im anschließenden Vers 12. 2. Die LXX liest א£זפך statt שפיך und die erste Pers. Sing, paßt gut in eine Gottesrede. 3. Die in Vers 11 ausgedrückte Drohung eines allgemeinen Untergangs ohne Unterschied des Geschlechts und Alters kehrt in anderen Gottesreden wieder, vgl. Jer 1416; 163 und besonders 447. Vor das Verbum א^פך — wie wir hier mit der LXX lesen;— ist als Objekt des Ausschüttens ein hier ausgefallenes ואת חמתי ,,und meinen Zorn“ zu ergänzen. Die LXX liest nämlich am Anfang von Vers 11: ואת חמתי statt ואת חמתןהוה (der Gottesname wurde oft mit bloßem י geschrieben) und so ist es leicht erklärlich, warum ein wiederholtes ואת ךומתי vor אשפך, durch das Versehen des Abschreibers ausfallen konnte. Wif fassen das bisher Gesagte zusammen: Der mit ,שפך beginnende Teil vom Vers 11, der einmal ואת דומתי א7צפך lauten mochte, gehört in eine Gottesrede, die mit .נאם ןהיד (v. 12) als Schlußformel endet, und somit ist dieser Teil von der vorangehenden Klage des Propheten, die mit נלאיתי הכיל schließt, zu trennen.

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