Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Glossen zu manchen Bibelstellen
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 3)
- Language
- German
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490 Moses Mehler Spur aber führt uns das Verbum ונושע ,,daß uns geholfen werde“, das auf eine vorangehende Bitte schließen läßt; vgl. Ps 804: אלזזיים ישיבנו והאר פניך ונושעה. In בהם bilden die ersten zwei Konsonanten den Überrest eines hier vorauszusetzenden ש)בה) und der dritte Konsonant מ ist zu (כי)מ(י) zu ergänzen, woraus sich die Lesung ergibt: שבה כימי עולם ונושע ,,kehre zurück wie in den Tagen der Vorzeit, daß uns geholfen werde“; vgl. Thr 521. Der Ausdruck ע*לם, an dem sich Duhm so stößt, ist hier für diese Phrase überaus charakteristisch, wo ja schon Ausdrücke wie. 639, u מי עולם; und 631e גאלנו מעיילם auffallen müssen. Das erschlossene Sätzchen bildet den Bestandteil eines Gebets und ist vermutlich aus einem anderen Vers an unsere Stelle geraten. In Vers 6 liest Duhm, statt ותמוגבו בנד עדכני, mit den alten Übersetzungen: ותמגנכו בנד עויננו und übersetzt demgemäß: ״ . . . . und liefertest uns aus an unsere Schulden“. Nimmt man aber diese Lesart an, so muß man hier konsequent: ״ :בנד לעינוan unsere Hasser“ (vgl. I Sam 189) lesen, da an sämtlichen Stellen, wo die Verba: עזב, המציא, הסגיר, מכר, נהן, מנן mit בנד verbunden in der Bedeutung ,,ausliefern an“ auftreten, immer nur von einem Ausliefern an eine feindliche Person die Rede ist. Zu Jeremia 6n. ואת חמת ןד.וה מלאתי נלאיתי הכיל עז£ןי על עוילל בחוץ ועל סוד בחורים נחרו בי גם איש עם א$ה;לכדו וגו" Die Hauptschwierigkeit bietet hier der mit שפןי beginnende Versteil als vermeintliche Fortsetzung der prophetischen Klage, wo ja offenbar zwischen den beiden Teilen überhaupt kein Zusammenhang besteht. Trotzdem hat es an Erklärungen nicht gefehlt, die einen Zusammenhang zwischen diesen Teilen aufrecht zu erhalten versuchten. So hat Giesebrecht לזפןי als Imperativ aufgefaßt, der ein Rachegebet des Propheten einleitet, wogegen Duhm (dem auch Volz darin folgt) שפ]י für einen Inf. abs. ״in erregter Sprache“ hält, und somit wäre nach Duhm der Prophet selbst hier gemeint, der Gottes Glut ausschütten soll ,, denn das Feuer will — wie sich Duhm bildlich ausdrückt — das Gefäß sprengen“. Beide Annahmen aber, sowohl die von Giesebrecht wie auch jene von Duhm, sind nicht überzeugend. Denn wäre der problematische Versteil — wie es Giesebrecht meint — als Rachegebet zu betrachten, so müßte, dem Stil dieses Gebets gemäß, der folgende, mit בי eingeleitete Satz als Begründung