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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 445

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Zur Formengeschichte des altjüdischen Gebetes
Date
1934-01-01
Page
Seite 445 (sequence 8)
Language
German
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Zur Formengeschichte des altjüdischen Gebetes 445 JQR (NS) 19 S. 243 ff. anführt, ferner bei der Tefilla, weiter bei den Schhna-Benediktionen, und hier nicht etwa nur im Abendgebet, sondern auch im Morgengebet, da dort die erste Benediktion ursprünglich folgende kurze Form hatte בא״י אפדה יוצר אור ובורא חשך עושה שלום ובורא את הכל המאיר לארץ ולדרים עליד, ברחמים ובטובו מחדש בכל יום בא״י יוצר המאורות. neu תמיד מעשה בראשית כאמור לעשה אורים גדלים כי לעולם- Die Regel gilt ferner für die der Haftara-Vorlesung vorangehende Benediktion und wäre auch für die die פסוקי דומרה einleitende Benediktion zutreffend, wenn es gestattet sein sollte, dort das hinter dem ersten משובח ומפואר einsetzende und mit dem zweiten משובח ומפואר endende Stück für einen Einschub zu erklären1. Die Bestätigungs-Benediktion hinter der Haftara, die, wie wir erwähnten, möglicherweise regelwidrig mit ברוך beginnt, hat auch die Anomalie, daß nur der erste Satz, nicht aber der zweite im Er-Stil gehalten ist. Es ist hier jedoch darauf hinzuweisen, daß laut Tr. Soferim XIII 10 ursprünglich die Gemeinde nach dem ersten Satz sich erhob und mit den Worten einfiel נאמן אתה הוא יי אלהינו ונאמנים דבריך נאמן חי וקים שמך וזכרך תמיד ימלוך עלינו לעולם ועד. Die Responsion wurde dann vom Vorbeter mit dem Satz נאמן ■אחה הוא unserer Fassung wieder aufgenommen. Durch diesen Wechsel in der Szenerie ist auch der Wechsel im Stil, wie es scheint, einigermaßen motiviert2. Ebenso wie der Er-Stil zur mit ברוך beginnenden Benediktion gehört, gehört der Du-Stil zu der nicht mit ברוך beginnenden: zumindest ist das für die Dank- und Bittgebete deutlich. Es ist sogar auffallend, mit welcher Entschiedenheit der Er-Stil beim Übergang von der ersten zur zweiten Benediktion eines Zyklus 1 An sich ist die Wiederholung derartiger Ausdrücke vielfach Indiz einer Interpolation. Vielleicht darf man in unserem Fall den herkömmliehen Text als aus zwei Versionen zusammengeflossen betrachten, nämlich aus בא״י אמ״ה האל האב הרחמן המהולל בפי עמו משובח ומפואר עדי עד שמו הגדול בא״י מהולל בתשבחות und aus einer anderen Version, ähnlich der, die HUCA II 325 lautet בא״י אמ״ה האל המלך המהולל בפי עמו ומשובח בלשון חסידיו ובשירי דויד עבדך נהללך ובשבח זמירות נשבחך נפארך נרוממך יחד סלה מלכינו בא״י מלך מהולל בכל התשבחות♦. Der im Du-Stil gehaltene Satz müßte schon in dieser älteren Version sekundär sein, hebt sich hier aber auch noch etwas deutlicher von seiner Umgebung ab. — Man beachte schließlieh die Veränderung des Sinnes, die erst durch die Quellenverbindung und durch die Voranfügung von מלך in die Worte משובח ומפואר עדי עד שמו הגדדל hineingekommen ist. 2 Vgl. aber auch S. 441, Anm. 1.

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