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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 443

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Zur Formengeschichte des altjüdischen Gebetes
Date
1934-01-01
Page
Seite 443 (sequence 6)
Language
German
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Zur Form engeschichte des altjüdischen Gebetes 443 besonderen■,־ uns •noch■ mehr oder weniger deutlichen Gründen sich in unserem Gebetbuch erhalten hat: wir meinen die beiden Sätze ברוך שאכלנו משלו ובטובו חייכו und כרוך שנתן תורח לעמו ישראל בקדושתו. Auch die freilich vorwiegend erst für die gaonäische Zeit bezeugte Formel ברוך המקוש ברוך הוא darf als Nachklang des früheren Sprach־• gebrauchet gewertet werden. Im Gegensatz zu den Einleitungsworten bestand, übrigens für den Schlußsatz, wie es scheint, von Anfang an eine größere Freiheit in der Wahl der Formulierung. Während der ganzen Zeit, in der die: Entwicklung noch im Flusse war, konnte man die Klauselformel mit אתה oder auch ohne אתה bilden. Das erstere war aber das Üblichere. Das lehrt uns schon die Überlieferung der Texte. In der Mischna lesen wir jeweils am Anfang der Benediktionen höchstens ברוך und niemals בא״י, in der Klausel aber steht immer die vollere Formel1. Ähnlich im palästinischen Talmud!’ Dort finden wir im Tr. Berakot neben zehn Klauseln von der Form בא״י nur eine mit alleinigem ברוך: es ist dies die Klausel des schon oben zitierten Friedhofsgebetes 13) ברוך מחיה המתים d 48). — Demgegenüber scheint sich die Tossefta sowohl am Anfang wie am Ende der Benediktionen nur des einfachen ברוך zu bedienen; man findet dort Klauseln wie ברוך שומע תפלה (Ber. III 7), ברוך מקדש השבת וישראל והזמנים (Ber. III 13), ברוך כורת הברית (Ber. VII 13) und ברוך משפיל הרמים (Taan. I 10), in welch letzterem Fall diese Lesart der Erfurter Handschrift durch die Parallelstelle jTaan. 65d 43 gestützt wird. Im babylonischen Talmud endlich ist der Sprachgebrauch wechselnd. Weiter ist der Tenor der Klauseln für unseren Gegenstand beweiskräftig. Es gibt Klauseln, die unzweideutig ein ursprüngliches אתה voraussetzen, z. B. שאותך לבדך ביראה נעבוד oder הטוב שמך ולך נאה להודות, und andere, die im Er-Stil gehalten sind, wie המחזיר שכינתו לציון oder, um ein späteres, aber ungewöhnlich ausgeprägtes Beispiel anzuführen,המלך בכבודו תמיד ימלוך עלינו לעולם ועד ועל כל מעשיו. Eine dritte Gruppe darf als neutral bezeichnet werden; da sie sowohl zur Du-Form wie zur Er-Form paßt: es handelt sich dabei um Nomina, insbesondere Partizipien mit folgender Genitiv- oder Akkusativ-Ergänzung, z. B. מגן אברהם ,שומע תפלה oder הזן את הכל. Diese Gruppe ist die weitaus umfangreichste. Sehr Mein ist die 1 Vgl. Kassovskys Miscknakonkordanz s. v. ברון.

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