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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 441

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Zur Formengeschichte des altjüdischen Gebetes
Date
1934-01-01
Page
Seite 441 (sequence 4)
Language
German
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Zur!Formellgeschichte des altjüdischen Gebetes 441 sind1, bleibe dahingestellt; jedenfalls sind es, abgesehen von diesen beiden Fällen, nur die Preisbenediktionen, die mit ברוך beginnen, und auch nur die Preisbenediktionen, denen eine andere und zwar eine andere ״lange"2 Benediktion nicht vorhergeht. In diesem Sinn ist also die Regel, die in jener Baraita jBer. 3 d 35 aufgestellt wird, nunmehr einzuschränken. Finkeistein hat verschiedentlich, z. B. J QR (NS) 19 S. 227 Anm. 36, darauf hingewiesen, daß die Verwandlung von kurzen Benediktionen in lange eine häufige Erscheinung in der jüdischen Liturgie sei; er scheint sogar zu meinen, daß alle Benediktionen, die mit ברוך beginnen, soweit sie vor der Zerstörung des Tempels entstanden, ursprünglich ,,kurz" waren. Ob die Vermutung in so allgemeiner Fassung richtig ist, erscheint uns als höchst fraglieh: sie würdigt wohl zu wenig den Umstand, daß sich in dem gesetzmäßigen Aufbau und der inneren Geschlossenheit der ״langen" Benediktionen zu sehr eine bestimmte Formtendenz aüsdrückt, als daß diese ״von ungefähr" enstanden sein könnten. Im gegenwärtigen Zusammenhang bedarf es für uns aber nur der Feststellung, daß Finkeisteins Theorie für gewisse Einzelfälle — wie etwa die Habdala-Benediktion — wahrscheinlich zu recht besteht. Bei einem besonderen Gebet scheint es uns endlich, daß es seinen ^^־Anfang nur einem eigenartigen Mißverständnis verdankt. Es handelt sich um die Benediktion, die beim Betreten des Friedhofs zu sprechen ist. Sie lautet jBer. 13d 45 אשר ייצר אחכם בדין וכלכל אתכט בדין וסילק אתכם בדין ועתיד להחיותכם בדין היודע מספרכם הוא יגלה עפר מעיניכם ברוך מהיד. המתים. Man glaubte wahrscheinlich, daß hier wie in so vielen anderen Fällen die Enleitungsformel .♦. ברוך nur der Kürze halber weggelassen sei, und daß man sie ohne weiteres ergänzen dürfe. In Wirklichkeit aber ist die im palästinischen Talmud zu lesende Periode nach dem Typus ♦♦.[•מי שנברך 1 Die fraglichen Benediktionen bieten nämlich auch sonst noch Anstoße.!Für die Benediktion nach der Haftara wird dies weiter unten dargetan. Bei den Benediktionen zur Thoraverlesung ist mindestens das noch merkwürdig, daß sie beide dieselbe Klausel haben. 2 Bekanntlich versteht man unter einer ״langen Benediktion“ eine mit einer Schluß-Eulogie endende, während die ,,kurze“ nur aus einem einzigen, mit ברוך beginnenden Satz besteht.

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