Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Formengeschichte des altjüdischen Gebetes
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 2)
- Language
- German
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Zur Formengeschichte des altjüdischen Gebetes 439 gens und abends das Scli’ma umrahmen, ist wiederum je die erste ein Preisgebet, die zweite vereinigt in sich Dank und Bitte, während die dem Sch/ma folgenden Stücke אבת ויציב und .!אמת ואמונו־ , zu einer Gruppe gehören, die man wohl als Bekenntnisgebete bezeichnen:darf, weil sie sich Bibelstücken bestätigend anschließen,: wir. rechnen ■zu dieser Gruppe noch die der Haftara unmittelbar folgende Benediktion, ferner das ישתבח am ■Ende der ■פסוקי דזבגרה sowie die ברכת השיר, d. h. das auf das Hallel-Gebet folgende 1יהללוך, schließlich 2יראו עינינו. Diese Gruppe der ,,Bekenn׳tnisgebete“ wird als die der ברכות שאחר פסוקים bereits in einem längeren Tossafot ־ Abschnitt zu Pess. 104 b s. v, pn aufgeführt. Die anderen drei Gattungen der Benediktionen werden in einem Responsum des achten Jahrhunderts — vgl. Ginzberg, Geonica II (1909) S. 51 f — unter den Bezeichnungen הודאה ,שבח und שאילה bzw. בקשה erwähnt; und es wird dort geboten, ihren Charakter nicht zu verwischen. Wir sehen also und könnten es auch durch mancherlei; andere Erscheinungen bestätigt finden, daß man der formalen und inhaltliehen Eigenart der Gebetein jenen Zeiten keineswegs Verständnis־ los gegenüberstand, und daß man gerade auch den Bedingungen, unter denen die Gebete sich miteinander vereinigten, durchaus Beachtung schenkte. : Auf der anderen Seite gibt es freilich schon früh Beispiele dafür, daß das Gefühl für diese Dinge auch zuweilen versagt. Schon die Mischna rechnet Ber. I 4 die Benediktion השכיבנו; gewissermaßen zum Sch״ma-Zyklus, obgleich sie mit diesem nur äußerlich zusammenhängt und in Wahrheit nur das Nachtgebet ist, das das Abendgebet, dem die Tefilla ursprünglich fehlte, zu beschließen hatte. — In einem anderen Fall, haben wir Veranlassung, aus formengeschichtlichen Gründen einen Mischnatext anders zu interpretieren als die frühesten Erklärer. MBer. 1X4 1 In den außerdeutschen Riten und ursprünglich auch im deutschen hat יהללוך auch in der Pessach-Haggada den Schlußsatz בא״י מלך מהולל בתשבחות. Vgl. EJ VII Sp. 91ל. 2 Bei Amram (S. 384 ed. Erumkin) und im Machsor Romania findet sich vor der Benediktion יראו עינינו noch eine andere mit יהללוך beginnende, die sich ihrer Punktion nach als eine Variante zu jener darstellt und mit der ברכת השיר sowie ישתבח große Verwandtschaft zeigt. Vgl. auch Elbogen S. 103 f.