Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die vierte Eulogie des Tischgebetes
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 436 (sequence 7)
- Language
- German
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436 Chanocii Alb eck daß sie überhaupt rabbinisch ist, da sie erst in so später Zeit in feste Form gebracht wurde. Dies würde auch der Sinn der Worte Rabbi? in der Baraita in Babli 48b sein: הטוב ומטיב ביבנה תקנוה — vorausgesetzt, daß diese Lesart echt ist. Sie ist aber sehr wahrscheinlich nur ein Einschub aus dem vorher erwähnten Ausspruch des R. Nachman und R. Matna, Sie fehlt auch in Ms. Paris und Bet Natan (vgl. Dikduke Soferim), in Jallcut Ex. 219, Halakhot Gedolot (Warschau 22b) und Machzor Vitri 341. Ebenso wollte Jeruschalmi I 5 mit dem Satz des R. Huna nur beweisen, daß die vierte Eulogie erst später den anderen zu gefügt wurde, da sie rabbinisch ist und die letzte Form erst nach Betar erhalten habe, weshalb sie auch mit ברוך beginnt. Ähnlich wird auch der Beweis von Rab in Babli 46a b geführt. Es ist aber nicht zu leugnen, daß man später anders dachte, die Entstehung der drei ersten Berakhot auch auf verschiedene Zeiten verteilte — was vielleicht historisch richtig ist2 — und den Ur- Sprung der vierten Berakha an die Leichenbestattung von Betar knüpfte; vgl. Tanchuma Mas'ei c. 6 (= ed. Buber S. 164, Bemidbar r, Parascha 23, 7): ...עד שלא נכנסו ישראל לארץ לא היו מברכין אלא ברבה אחת משנכנסו לארץ התקינו שיהיו מברכים על הארץ ועל המדון, משחרבה ירושלים הוסיפו בונה ירושלים, ומשנקברו הרוגי ביתר הוסיפו הטוב והמטיב כר. Nach unserer Dar- Stellung aber hat die vierte Berakha des Tischgebetes eine Ent- Wicklung durchgemacht, wie dies auch bei den anderen drei Berakhot nach der Erklärung der Rischonim der Fall war. Im übrigen ist diese Entwicklung auch beim Achtzehngebet zu konstatieren. Der Talmud berichtet (Megilla 17b, 18a), daß das Achtzehngebet von den Alten, unter denen auch Propheten waren, angeordnet wurde, dann aber auch, daß Simon, der Flachsarbeiter, es vor R. Gamliel in Jabne vorgetragen habe. Der Talmud 1 Vor Raschi stand diese Lesart am Anfang der Baraita, beim Tana Kamma, und nicht bei Rabbi! Wir haben ferner oben (S. 434) gesehen, daß auch in den Satz des R. Eliezer das Wort ביבנה nach dem bekannten Ausspruch des R. Matna eingeschoben wurde. Es handelt sich also keineswegs um איזה לבלר בכ״י פאריז שטעה והשמיט יבנה, wie Halevy, Dorot Harischonim Ie 742 meint. 2 Vgl. Bet Josef, Orach Chajim 191, der annimmt, daß die" Za hl der Berakhot n i ch t biblisch ist. Die Tanchumastelle spricht für diese Annahme.