Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die vierte Eulogie des Tischgebetes
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829999-2830004-2838997--52908-2839080- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die vierte Eulogie des Tischgebetes 437 sucht den Widerspruch mit der Erklärung zu lösen, daß das Gebet inzwischen vergessen und dann nochmals von Simon geordnet wurde. In Wirklichkeit dürfte es sich auch beim Achtzehngebet um eine Entwicklung handeln. Geschaffen wurde es von den Alten, von Simon wurde es dann gemäß den Zeitereignissen um־־ geändert und ergänzt1. Ebenso fand die vierte Berakha des Tischgebetes ihren Abschluß nach dem Betarkampf, während ihr Ursprung in eine frühere Zeit zurückreicht. Wann und wo diese Berakha ursprünglich angeordnet wurde, läßt sich nicht feststellen. Wir haben gesehen, daß an den Stellen der Baraitot, wo von Jabne die Rede ist, der Text zweifelhaft ist und wahrscheinlich nur nach der Überlieferung in Babli vom letzten Abschluß der Berakha eingesetzt wurde. Vom letzten Ab- Schluß dagegen wissen wir sowohl aus Jeruschalmi als auch aus Babli, daß er nach der Bestattung der Leichen zu Betar stattgefunden habe. Babli weiß aber nach unseren Ausgaben2 noch zu berichten, daß der Abschluß in Jabne vorgenommen wurde. Diese Angabe wird von manchen bezweifelt3, da damals kein Lehrhaus in Jabne existiert hätte, das solche Verordnungen treffen4 könnte. Doch ist dies eine Frage, auf die hier nicht näher einzugehen ist. 1 Vgl. Elbogen, Der jüd. Gottesdienst, S. 28—30. 2 In ־unseren Ausgaben steht dies sowohl im Ausspruch des R. Nachman als auch in der Überlieferung des R. Matna, Hingegen fehlt diese Angabe bei R. Matna (wie im Jeruschalmi!) in Halakhot Gedolot (Warschau 22b, Berl. 69a), im Kommentar zum Sefer Jezira von R. Jehuda b. Barzilai S. 125, in Piske R. Jesaja di Trani und Machsor Vitri S. 33; in Taanit 31a in Ms. Oxford, Agadot Hatalmud (vgl. Malter z. St.) und R. Chananel; in Baba Batra 121b in Ms. Hamburg, Agadot Hatalmud und Ramban (vgl. Dikd. Sof.) und wahrscheinlich auch bei Raschbam. 3 Vgl. zuletzt Büchler a. a. 0. S. 145 ff. 4 Das ist zu betonen! Nach der in Anm. 2 angegebenen Variante (vgl. auch oben S. 434 und 436,1) sind die Ausführungen Haievys in Dorot Harischonim le, 741 f., mehr als problematisch.