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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 435

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die vierte Eulogie des Tischgebetes
Date
1934-01-01
Page
Seite 435 (sequence 6)
Language
German
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Die vierte Eulogie des Tischgebetes 435 fügte die Worte über das große und heilige Haus hinzu. הטוב והמטיב wurde in Jabne verordnet, wegen der Erschlagenen von Betar, denn R. Matna sagte usw. Bereits die Rischonim (vgl. Raschba, Rosch u. a.) fragten, da die drei ersten Berakhot biblisch seien, so könnten sie doch nicht nach R. Nachman erst von Josua, David und Salomo eingeführt sein? Die Antwort lautet übereinstimmend, daß wohl die Berakhot an sich biblisch seien, daß aber die Form und der Wortlaut erst von den Genannten festgesetzt wurden. So habe man vor der Eroberung des heiligen Landes und dem Bau Jerusalems nicht so gebetet, wie nachher. Ebenso beten wir nach der Tempelzerstörung nicht in der Form, wie sie von David und Salomo eingeführt wurde, da wir für die Her- Stellung des Reiches beten. Prägnant drückt sich darüber auch Ramban aus (Hassagot zum Sefer Hamizwot I, ed. Warschau S. 19): Die Form des Tischgebetes ist nicht biblisch. Wir sind nach der Thora verpflichtet, nach der Mahlzeit den Segen frei nach eigenem Gutdünken zu sprechen; so sprach z. B. der Hirt Minjamin (Berakhot 40b): Gesegnet sei der Barmherzige, der Herr dieses Brotes. Die Propheten ordneten dann einen ganz bestimmten, schön stilisierten Wortlaut an1 usw. Danach wollte R. Nachman nicht den Ursprung des Tischgebetes erklären, sondern die später festgesetzte und abgeschlossene Form, wie dies auch aus der Zu- Weisung der einzelnen Redewendungen der dritten Eulogie an David und Salomo hervorgeht. Genau so müssen aber auch seine Worte bezüglich der vierten Berakha erklärt werden. Der Ursprung der Berakha ist älter als die Zeit nach dem Betarkampf, die, Form הטוב והמטיב aber rührt aus dieser Zeit her. Die Ansicht der meisten Tannaiten, mit Ausnahme des R. Ismael, ging jedoch dahin, daß die vierte Berakha an sich nicht biblisch, sondern rabbinisch ist. Dies drückt Jeruschalmi in VII 1 so aus, daß er die Überlieferung R. Hunas anführt, הטוב והמטיב sei erst nach der Bestattung der Leichen von Betar formuliert worden, daß er gewissermaßen die letzte Stufe der Entwicklung dieser Berakha angibt, und dabei voraussetzt, 1 Vgl. aber weiter S. 436 aus Tancliuma. Vgl. dazu auch das kurze, ganz anders geformte Tischgebet in Orchot Chajim I 3ßd und Kol Bo Kr. 26. 2S*

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