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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 432

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die vierte Eulogie des Tischgebetes
Date
1934-01-01
Page
Seite 432 (sequence 3)
Language
German
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432 Chanoch Albeck und seinen Zeitgenossen, daß die eigentliche Berakha aus früherer Zeit her rührt1. Aus all dem ergibt sich, daß die vierte Berakha des Tischgebetes vor der Bestattung der Leichen nach dem Betar-Kampf im Brauche war. Würde es sich nur um eine Ansicht der Amoräer handeln, so könnte man zur Not erklären, daß die Amoräer die betreffenden Baraitot nicht gekannt .haben, da sie nicht alle Baraitot wissen mußten2. Wir haben es aber hier offenbar mit einer verbreiteten Überlieferung zu tun, über die man sich nicht hinwegsetzen darf. Und dann ist noch die Frage zu beantworten: Könnte denn den Talmuden, die diese Baraitot z. T. kannten und unmittelbar nach den amoräischen Aussprüchen anführen, dieser Widerspruch entgangen sein? Den scheinbaren Widerspruch zwischen den Überheferungen sucht F. Rosenthal in seinem Buche Vier apokryphische Bücher, S. 110 ff., mit der Annahme zu lösen, daß die vierte Berakha ursprünglich zu Jabne vor der hadrianischen Zeit im Tischgebet eingeführt wurde. Später entstand aber ein Streit darüber, ob diese Eulogie auch von Trauernden (אבלים) gesprochen werden soll (vgl. oben). Dieser Streit blieb lange unentschieden ,,bis die allgemeine Freude über die schließlich erfolgte Bestattung der vielen Erschlagenen zu Betar und, wie noch hinzugefügt wird, das Wunder, daß deren Leichnam^ nicht in Fäulnis übergegangen waren, in diesem besonderen Falle die Eulogie הטוב והמטיב auch für die Trauernden als entschieden angemessen erachten ließ. Mitten in der Trauer fühlten sie sich über die endlich erfüllte Pflicht der Pietät gegen die Verstorbenen so glücklich, daß man auch für dieselben jene Eulogie, welche ursprünglich nur für den Eintritt freudiger Ereignisse bestimmt war, für zulässig erachtete .... Nach der richtigen Lesart im Jeruschalmi besagen die Worte Matnas oder Hunas auch nichts anderes, als daß der bis dahin unentschiedene und schwankende Gebrauch jener Eulogie bei Trauernden von der Zeit an, wo die Erschlagenen zu 1 Vgl. dazu Büchler in ,,Abhandlungen zur Erinnerung an H. P. ChajeseV hebr. Teil, S. 137 ff., der die Quellen in besonderer Ausführlichkeit behandelt und die das. S. 145, Anm., verzeichnete Literatur. 2 Vgl. z. B. Raschi Chullin 13b unter ולא und Raschbam Pesachim. 101b unter ה״ג.

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