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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
Date
1934-01-01
Page
Seite 429 (sequence 31)
Language
German
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Moses Sister 429 Auch hier sucht der Schauende eine Erklärung des geschauten Bildes: in 7X0 heißt es קרבת על חד מן קמיא ויציבא אבעא מנד• על כל דנא und in 8ואבקשה בינה 5נ. IV. Endlich hat die Vision in Ez 37x-15 das Schema 1 + 4, also Bild und Deutung. Nur für diese Vision ist charakteristisch, daß der Schauende nicht nur das Bild schaut, sondern auch am geschauten Vorgang teilnimmt, in allen anderen Visionen steht der Schauende dem Bilde gegenüber. Wir haben also im Hinblick auf die Komposition alle analysierten Visionen mit Ausnahme der Vision Jes 21x-x0 in drei Typen eingeteilt, die den Formen der Traumschilderung entsprechen. Das Gedicht in Jes 21x־x0 enthält, wie die Analyse ergeben hat, eigentlich nur einzelne Elemente der Visionsgattung. Für alle Visionen ist ferner eigentümlich, daß das geschaute Bild, ob es aus natürlichen oder übernatürlichen Elementen besteht, an und für sich nur von untergeordneter Bedeutung ist; es dient daza, einen prophetischen Gedanken anschaulicher und nachhaltiger auszudrücken. Für viele Visionen hat das Bild die Funktion eines liteiarischen Vergleichs oder einer Metapher z. B. I Kön 2217, Am 7,-3, 77-9, 8r3, Jer lu-,2> l,3-,6) 24,-,0, Ez 37,-I5; in anderen sind die Bilder oder einzelne ihrer Motive nur Symbole, z. B. Sach 21-4, 3x-7, 5x-4, 55-u; es sind auch solche Bilder vorhanden, die in verschiedenen Visionen sich wiederholen, aber mit Ab- Wandlungen und Änderungen, wie z. B., die Schilderung Jhws, der inmitten seiner himmlischen Diener thront (I Kön 2219 ff., Jes 6X ff., Dan 79 ff.); in den Bildern sind mythische Motive sehr häufig (Micha b. J., Arnos, Ez, Sach, Dan). Im Allgemeinen sind die Bilder und einzelne ihrer Motive sehr verschiedenartig. Weil wir aber kein allgemeines Inventarium der Bilder und Motive der alten hebräischen Poesie besitzen — in der biblischen Literatur haben wir nur einen Teil einer reichen Erbschaft — ist schwer mit Sicherheit zu sagen, welches Bild neugeschaffen ist oder nur neubetont auftritt. Die Analyse hat gezeigt, daß manche Bilder ihre Parallele im biblischen, manche — besonders die mythischen — im babylonisch-assyrischen Schrifttum haben. Die Aufgabe jeder Kunst ist, das Empfundene, das innerlich Erlebte als ein Geschautes, als Vision und nicht als Erkenntnis darzustellen. Die Visionsgattung hat dem Propheten gestattet, eine Drohung, eine Verheißung, ein Gotteswort zu schauen und

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