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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 428

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
Date
1934-01-01
Page
Seite 428 (sequence 30)
Language
German
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428 Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel da erwartet er ein furchtbares Unglück, er legt sofort Fürbitte ein, um das Unheil von seinem Volk abzuwenden. Der König Ahab versteht sofort, daß die Vision Michas (1 Kön 2217) von Israel, das auf den Bergen zerstreut ist wie Schafe, die keinen Hirten haben, auf seinen Untergang deutet. Das Spottlied der gefangenen Frauen über Zedekia (Jer 3821a22־) oder die Vision über die Weltkatastrophe in Jer 423-26 sind ohne Deutungen verstündlich. Diese Form der Vision zeigt in ausgiebigem Maße das Buch Ezechiel in 1. 8—10, 112213־־111 .-2 <25־ und 3. 40—48. Sie gestattet dem in Babylonien lebenden Propheten das Gericht (in 1 und 2) über die in Palästina Zurückgebliebenen plastisch zu schildern, oder das Bild des künftigen Reiches (in 3) zu zeichnen. Endlich gehört noch zu diesem Typus die Vision in Sach 317־־ über die Entsündigung des Hohepriesters Josua. Zum dritten Typus gehören die Visionseinheiten, zu deren Komposition immer zwei Bestandteile gehören: das geschaute Bild und dessen Deutung. Dabei ergeben sich verschiedene Schemata: I. das volle Schema: 1. Schilderung des geschauten Bildes, 2. Frage der Gottheit oder des Engels (in Sach 5r4) an den Schauenden 3 .מה אתה רואה. Wiederholung des geschauten Bildes durch den Schauenden und 4. Deutung des Bildes durch die Gottheit oder den Engel bei Sacharia. Diesem Schema entsprechen die Visionen: Am 77-9, 8x-3, Jer 24!־־^, Sach 5^. II. In den Visionen Jer l1r12 und 11316־ fehlt das erste Glied dieses Schemas, sie bestehen also aus 2 (die Frage lautet ebenso מה אחה 4 + 3 + (רואה. Ebenso Sach 4r6a. 10ל. lv 1314־, wo noch zwischen 3 und 4 ein Frage- und Antwortspiel über die Bedeutung des Bildes eingeschoben ist, III. Von den acht Visionen im Bache Sacharia haben fünf und zwar 17-17, 2r4, 25-9, 55־u und 6x-8 das Schema: 1 + 2 + 4, allerdings ist das Element 2 in veränderter Gestalt: die Gottheit ist mehr transzedent geworden, nicht sie stellt die Frage an den Schauenden, was er sehe, und erklärt ihm das Bild, sondern der Schauende richtet die Frage nach der Bedeutung des Geschauten an den Engel Gottes — מה אלה — lautet sie meistens. Es geschieht auch, daß alle Elemente der Komposition oder nur einzelne verdoppelt werden, so ist die Vision 2r4 ein zweifaches Schema 1 + 2 + 4 u. a. Auch die Visionen in Dan Kap. 7 und 8 haben dasselbe Schema: 1 + 2 + 4.

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