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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 427

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
Date
1934-01-01
Page
Seite 427 (sequence 29)
Language
German
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Moses Sister 427 besteht, daß die Visionsbilder erst auf die Frage, was der Prophet sehe, geschildert werden, während die Schilderung meistens am Anfang der Visionseinheit steht. Vielleicht liegt es auch an der Stilart der Visionen Jer 1, daß, um die Visionsbilder nicht zu häufen, in der Be ruf ungs vision (110-ג) die Theophanie nur leise in 19 angedeutet wird: וישלח יי את ידו ויגע על פי. Sonst zeigen die drei Berufungsvisionen übereinstimmende Züge im Aufbau. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Komposition der Berufung des Moses (Ex 3—4) ein Vorbild für die Berufungsvision gewesen ist. Natürlich nicht in dem Maße, wie für die Berufung Gideons, die, wie D. H. Müller (Ezechiel-Studien, Wien 1904) gezeigt hat, nicht nur kompositioneil, sondern auch materiell von der Moseserzählung abhängt. Das Zurückschrecken des Propheten vor seinem Auftrag scheint ein traditionelles Motiv zu sein. Nur Jesaja bildet eine Ausnahme, er übernimmt die von Gott gestellte Aufgabe (nach der Reinigung) freiwillig. Es ist schon oben die formale Ähnlichkeit der Vision Arnos 9!~4 mit dem Traum Jakobs Gen 2813 ff. her vor gehoben worden: auf das geschaute Bild der Gottheit (Am 9xaa — Gen 2813aa) folgt ihre monologische Äußerung. In den Visionen Dan 9 und 10—12 ist das geschaute Bild der Engel, der auch mit Namen genannt wird. Dieser Engel ist das einzige Geschaute, ihm folgt das Wort, das dieser ,,Fürst“ (שר) verkündet. Auch in anderen Visionen treffen wir Engel, so bei Jes 6 und 1 Kön 221922־, wo die Engel als Teilnehmer der göttlichen Ratsversammlung (wie auch Dan 710) geschildert werden, in den Visionen des Buches Sacharia wird der Engel entweder als Dolmetscher der geschauten Bilder, oder als Ausführorgan Jhws gezeichnet, ebenso auch bei Ez. In allen diesen Visionen ist die Figur des Engels nur ein Teil eines größeren Bildes, während sie in den genannten Visionen bei Dan das ganze dazu noch dürftig ausgestaltete Bild ist. Zum zweiten Typus gehören die Visionen, deren Bilder keiner Erklärung bedürfen. Sie sind leicht verständlich. Der Schauende solcher Visionen (wie Arnos), der Hörende (wie Ahab in 1 Kön 22) oder der Leser begreift sofort den in der bildlichen Verkleidung enthaltenen Gedanken und reagiert 3uf die eine oder andere Weise. Als Arnos das Bild der Heuschrecken, die die Saat verzehren, schaut (Am 7^3), oder des Feuers, das den Ozean frißt (Am 74-6),

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