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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 424

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
Date
1934-01-01
Page
Seite 424 (sequence 26)
Language
German
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424 Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel (Gen. 31!!) — dabei werden sie oft ohne irgendwelche Attribute geschildert — und es folgt entweder eine monologische Äußerung (z. B. eine Warnung Gen 3124, Befehl Gen 46!) oder ein Zwiegespräch zwischen dem im Traume erschienenen Gott und dem Menschen (z. B. Gen 203 — Warnung an Abimelech, Gen 15! — Verheißung an Abraham). Auch in den Berufungsvisionen (Jes 6, Jer 1, Ez 1—3) erscheint vor dem Propheten die Gottheit, die ihm einen Auftrag erteilt. Hier wird aber auch versucht, durch einige Striche die Gestalt der geschauten Gottheit und ihre Umgebung zu zeichnen; auf die Schilderung folgt in der Vision ein Mono- oder Dialog. Gen 2813 lautet die Einleitung: והנה יי נצב עליו ואמר; fast ebenso lautet der Anfang der Vision in Arnos 9!-4: . . ראיתי את אדוני נצב על המזבח ואמר. Gen 375 ff. erzählt Josef zwei Träume, die ohne jede Erklärung verstanden werden. Auch in der Visionsgattung sind solche Formen von Visionen vorhandon, deren symbolischer Inhalt ohne Deutung sofort klar ist: das geschaute Bild (Arnos 7!-6), die geschilderte Situation (Sach 3! ff.) reichen aus, es folgt ihnen keine Deutung. Meistens aber ist es so, daß die Träume gedeutet werden müssen vom Träumer selbst oder vom berufenen Traumdeuter. Jedem Traum — חלום — gehört eine Deutung שבר, פתרון. Der Bericht hat dann in den Pharaoträumen (Gen 41) folgendes Schema: 1. Schilderung des Traumes. 2. Unvermögen der Hofweisen, ihn zu deuten, Berufung Josefs. 3. Wiederholung der Traum-Schilderung. 4. Deutung durch Josef. In vielen Visionseinheiten ist das Schema dasselbe: zuerst wird berichtet über das geschaute Bild, welches als Allegorie aufgefaßt wird, dann erscheint der Deuter, vor dem das Bild fast mit denselben Worten wiederholt wird, worauf die Deutung der einzelnen Züge des Bildes folgt z. B. Jer 24!-4, Arnos 77-9, 8!־s, Sach 2, 4, 5, 6, Dan 7 (wo es in der Überschrift sogar heißt דניאל חלם חזה) und 8. Von den Träumen des Mundschenken und des Bäckers erfahren wir zuerst, daß jeder von ihnen einen Traum gehabt hat, aber der Inhalt wird erst erzählt, als der Traumdeuter, Josef, es verlangt, und dann folgt die Deutung. Auch die Visionseinheiten in Jer 1 sind nach diesem Schema gebaut. In der Gideongeschichte (Ri 7) haben wir die Schilderung eines Traumes nach einem noch kürzeren Schema: auf die Erzählung des Traumes folgt unmittelbar die

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