Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 23)
- Language
- German
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Moses Sister 421 Meere werden nicht einfach bezeichnet als Löwe, Bär, Panther. Sie sind ,,wie ein Löwe“, ,,wie ein Bär“, ,,wie ein Panther“, mit den Wolken des Himmels kommt einer כבר אכש ,,wie ein Mensch“. Beliebt ist auch die Zahlensymbolik. Auch die Deutung des. Geschauten geschieht in einer Geheimsprache. Der Schrecken, den die Erscheinungen bei Daniel und bei seinen Begleitern auslösen, auch die Ohnmacht nach dem Verschwinden der Bilder wird viel furchtbarer geschildert, als bei Ez. oder in anderen Visionen. Endlich sind noch charakteristisch die Verbindung von vaticinium ex eventu und wirklicher Weissagung, und die Erwartung des nahen Weitendes. Ed. Meyer hat auf einen spätägyptischen Text aufmerksam gemacht, der etwa 50 Jahre älter sein mag als Daniel, und eine ganz überraschende Parallele sowohl hinsichtlich des Stils, wie der Ausführung darstellt (״Ursprung und Anfänge des Christentums“, B. II, 1921, S. 187). III. Synthetischer Teil. Die Grundgedanken der Dichtungen der Visionsgattung sind dieselben, die wir auch in Dichtungen der anderen prophetischen Gattungen wiederfinden. Es sind Drohungen (Arnos, Jer), Verheißungen (Jer, Ez, Dan) Scheltworte (Ez), Trostworte (Sach, Dan), Gerichtsworte (Ez, Sach, Dan)', Geschichtsberichte (Dan) und Berufungen (Jes, Jer, Ez). Die Visionsgattung ist also nur eine der literarischen Möglichkeiten einen Gedanken einzukleiden. Anstatt einfach, ohne Anschaulichkeit, zu sagen, die Feinde werden vernichtet werden, das neue Reich wird sicher kommen, Israel wird zugrunde gehen u. a. m., werden in bestimmten Stilarten Bilder in den Gedankengang hineingearbeitet, so daß die Äußerung viel stärker, spannender und ergreifender wirkt. Ein sicherer Beweis für die Wirksamkeit ist der Umstand, daß der Umfang der literarischen Einheiten der Visionen und der benutzten Bilder allmählich gewachsen ist. Von den wenigen Zeilen der Visionen im Buche Arnos über die größeren Einheiten im Buche Ezechiel und den Visionszyklus des Buches *Sacharia zu den umfangreichen Einheiten im Buche Daniel, von dem einfachen nur in einem Worte ausgedrückten Bilde bei Arnos oder Jeremia bis zu den kompliziertesten, plastisch dargestellten