Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 22)
- Language
- German
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420 Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel auch llla —die Zeitangabe, die nicht in die Erzählung paßt). Ihr Einleitungsteil ist sehr ausführlich und umfaßt 10!—ll2a. Der Aufbau dieses Teils ist folgender: 1. (10!) Datierung der Vision und Charakterisierung ihres Inhaltes (,,und Wahrheit ist das Wort und große Mühsal“) in der dritten Person. 2. (102-3) Vor־• bereitung auf die Vision: drei Wochen lange Bußübung. (Dieses Element begegnet uns zürn ersten Male in einer Vision). 3. (104) Genauere Datierung und Ort der Vision 4. (105-6) Das Bild:‘die Erscheinung des himmlischen Boten, eingeleitet durch ואשא את עיני וארא. Die Gestalt des Engels ist das Bild einer Licht- und Feuergottheit, wi sie auch ähnlich Ez. in 92ff. beschreibt. Bei Ez. wie bei Dan. ist es ein Mensch ,,in Linnen gekleidet“. 5. (1078־). Wirkung der Erscheinung. 6) (1092!־) Die Stärkung Daniels durch den Engel (V. 10: ,,Und eine Hand rührte mich an . . .“'..■.והנה יד נגעה בי) — die Ermunterung ist durch die typische Formel eingeleitet אל תירא ,,fürchte dich dicht“. 7. (10!3-21) Das Zwiegespräch mit dem Engel, während dessen die Erregung des Schauenden sich noch steigert. Der Engel ist gekommen, um Daniel erkennen zu lassen, was seinem Volke ,,in der letzten Zeit“ widerfahren soll. Mit 1126 bebinnt das Zukunftsbild. Dabei ist die Erzählung von 11^—1139 eine Darstellung der Geschichte von rund anderthalb Jahrhunderten, von der in bestimmter und ausführlicher Weise berichtet wird, wenn auch keine Namen genannt werden und die Ortschaften unbestimmt sind, was zum apokalyptischen Stil gehört. In 4140—123 haben wir wirkliche Zukunftsbilder, und in der Schlußszene 125-13 (mit Ausnahme 11—12) ein Gespräch zweier Engel. Das geschaute Bild im Buche Daniel gewinnt fast einen selbständigen Wert, so in Kap. 7, 8 und 10, die mythischen Elemente in den Bildern sind sehr zahlreich; es wimmelt in diesen Visionen von Engeln, die die Verbindung zwischen Himmel und Erde aufrecht erhalten. Während in Ez. 1 die Engel tierische Züge haben, sind sie bei Dan. menschenähnlich. Bei Ez. ist der Engel ein Schreiber, bei Dan. üben sie verschiedene Funktionen aus, manche haben auch bestimmte Namen: Michael, der Schutzengel der Juden, Gabriel. Diese Engelfiguren sind sowohl dem Volksglauben, wie den mythologischen Anschauungen der altorientalischen Völker entnommen. Die ganze Schreibart in diesen Visionen ist geheimnisvoll andeutend: die Ungeheuer aus dem