Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 19)
- Language
- German
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Moses Sister 417 der Aufbau ist auch fast derselbe. Leider ist der überlieferte Text der ersten Vision .nicht in Ordnung. Nach dem von Sellin vermuteten Text handelt es sich in dieser Vision nur um einen Engel, der zugleich als Repräsentant Jhws, wie als Dolmetscher erscheint. Auch in der letzten (8.) Vision ist nur dieser Dolmetscher- Engel vorhanden. Der Schauplatz des Bildes ist in den beiden Visionen derselbe: ״Zwischen den Bergen“ (1. mit LXX בין ההדים statt בן ההדסים in 18). Diesen beiden Visionen liegt vielleicht die Vorstellung zugrunde, daß der Gott des Weltalls hinter Bergen wohnt. Eine Parallele dazu findet sich in Babylonien, wo auf Siegelzylindern häufig dargestellt ist, wie der Sonnengott zwischen zwei Bergen hervorkommt (AOT. B. 2 Abb. 319—320, Jastrow, Abb. 170—171). In der ersten Vision erscheinen nur von drei Farben Rosse: rote, fuchsrote und weiße, in der LXX ist aber noch eine vierte Farbe erwähnt: noixtkot — scheckig oder gesprenkelt. Dem entsprechen in der letzten Vision 4 Wagen mit roten, schwarzen, weißen und gescheckten Rossen. In den vier Farben der Rosse haben wir alte mythologische Vorstellungen, die wahrscheinlich mit den vier Himmelsgegenden Zusammenhängen, in die die Rosse gesandt werden. Nach der gegebenen Deutung schließen sich die erste und letzte Vision zu einem Ring zusammen. Der Aufbau der letzten Vision ist der gewöhnliche: 1. Einleitungsforme! (6xaa), 2. das geschaute Bild (6^«-3), 3. die Frage nach der Bedeutung (64) und 4. die Deutung, eingeleitet mit ויען הבלאך 7־65) ויאסד אלי), in 68 wird noch besonders die Aufgabe der nach Norden ziehenden Rosse betont. In dem Aufbau der ersten kommt noch zur Deutung hinzu: der Bericht der Reiter (lu), die Fürbitte des Engels, Jhw möge sich über Jerusalem erbarmen (112). Das Trostwort Jhws, das dem Schauenden und hörenden Propheten in Form eines Botenspruches (11415־) übermittelt wird, ist durch eine längere Formel eingeleitet (l14a). Es ist charakteristisch für die Darstellung in der ersten Vision, daß sich nicht der schauende Prophet selbst an Jhw mit der Fürbitte für sein Volk wendet, sondern die Figur, die zwischen Mensch und Gott vermittelt. Daniel. Im Buche Daniel (Kap. 7—12) haben wir, was den Inhalt der Vision anbetrifft, eine neue Art vor uns. Schon bei Ez, be- Monatsschrift, 78. Jahrgang 27