Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel die zweite und dritte Vision nach der Einleitungsformel mit der schon aus den Visionen bei Arnos bekannten Frage: מה אתה רואה ירמיהו ואמר worauf das geschaute Bild folgt. Das Thema der ersten Vision ist wie ■bei Jes 6Xff. die Berufung des Propheten durch Jhw. Die Schilderung des geschauten Gottes ist noch viel zurückhaltender als bei Jes. Zuerst hören wir nur den Dialog zwischen Gott und dem Propheten, erst am Schluß des Gedichtes gibt uns der Dichter einen Zug vom Geschauten: (V. 9)וישלח יי את ידו ויגע על פי. Der Aufbau dieser Vision erinnert an den der Vision Jes 6!ff. T. Datierung (V. 1—3.) 2. Gott erwählt den Propheten zu seiner Sendung (V. 4—5). 3. Der Prophet zögert die Berufung anzunehmen (V. 6). 4. Gott stärkt ihn für seine Mission (V. 7—9). 5. Der Auftrag wird genauer angegeben (V. 10); Die Erwählung, die dem Propheten verkündet wird (V. 5), enthält ein Motiv, das in der babylonisch-assyrischen und biblischen Literatur bekannt ist. Am Beginne der Annalen As§urbanipals (VB VII,2 S. 2) sagt der König von sich: ,,Ich bin Aääurbanipal. . . , dessen Namen A§§ur und Sin.... seit fernen Tagen zur Königsherrschaft beriefen und schon im Mutterleibe zum Hirten über Assyrien schufen‘‘. In der Inschrift des babylonischen Königs Nabonid heißt es (VB.IV 5. 218, Nr. 1): ,,Ich bin Nabonid, der große König . . . dem Sin und Nergal im Mutterleibe die Königsherrschaft als seine Be- Stimmung bestimmt haben . . ." In der Bibel haben wir dasselbe Motiv: Ri 13; Jes 49! יי מבטן קראני ממעי אמי הזכיר שמי, 495 ועתה אמר יי יצרי מבטן לעבד לו. Der Prophet erschrickt zunächst vor dieser gewaltigen Aufgäbe, ein ,,Prophet für die Völker zu sein“.worauf Ermutigung und Beruhigung durch Jhw folgt (V. 6—8). In V. 8 treffen wir die spezifische Formel für den ermunternden Zuruf אל תירא fürchte dich nichts die oft in der Theophanie vorkommt. V 9. haben wir wieder wie bei Jes die symbolische Handlung der Berührung des Mundes. Zum Schluß (V. 10) erfolgt in genaueren Worten der Auftrag. In dieser Vision ist also, wie bei Jes 6, das Hauptmoment die Berufung des Propheten, dem ein bestimmter Auftrag erteilt wird. Der Dialog wird bei Jes. und Jer. durch bestimmte Worte eingeleitet: bei Jes. heißt es immer 9 ,8 ,7 ,65) ואמר — ויאמר,!!), bei Jer. ואמר — ויאמר יי אלי (V. 6, 7, 9). Die Formel ויאמר יי אלי ist viel innerlicher und