Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 5)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Moses Sister 403 Vorstellungen. Greßmann (,,Der Messias" 1929, S. 128) führt auch die Heuschreckenplage, die Amos schaut, auf mythologische Quellen zurück, weil die zweite mit ihr eng verbundene und formverwandte Vision den Kampf gegen Tiämat behandelt. Jesaja. Jesaja I enthält nur eine Vision: 6r11. Der Aufbau ist folgender: 1. V. laa — Datierung ohne Angabe des Jahres, Monates oder Tages: 2 .בשנת מות המלך עזיהו. V. la/S + 1b — Einleitungsformel: und ich sah (ואראה) und eine vorsichtig ehrfurchtsvolle Schilderung Jhws 3. V. 2 Ausführlichere Schilderung seiner Umgebung. 4. V. 3—4. Der vernommene Wechselgang der Seraphim und die Wirkung ihres Rufes auf den Tempel. 5. V. 5. Die Wirkung auf den Propheten: ein gewaltiger Schrecken ergreift ihn, er fühlt sich unrein und sündhaft. 6. V. 6—7 — Die Lösung dieser Spannung. 7. V. 8—11 — Die Übernahme des göttlichen Auftrages und seine Formulierung. Das für diese Vision Charakteristische ist erstens, daß darin Jhw und seine Umgebung geschaut sind. Einzelheiten dieses Bildes, das Zwiegespräch zwischen dem Schauenden und Geschauten, werden plastisch dargestellt. Zweitens enthält das Bild, wie in der Vision bei Amos 914־, keine Deutung und bedarf ihrer auch nicht, vielmehr liegt hier die Betonung auf dem Auftrag, der dem Schauenden, dem Propheten, erteilt wird. Die feierliche Ausschmückung dient zur Steigerung der Wichtigkeit des Aufträges. Der Auftrag, den völligen Untergang des Volkes zu verkünden, erfolgt ohne irgend welche Begründung. Von den einzelnen Vorstellungen der Vision verdienen einige eine nähere Betrachtung. Im babylonisch-assyrischen Pantheon thronen die Götter im Himmel; diese Vorstellung war auch im Volke Israel geläufig. Die Schilderung des thronenden Gottes in unserer Vision ist nur andeutend: der. Thron, auf dem er sitzt, ist hoch und gewaltig, so daß die Schleppe seines Kleides (שוליו) den Tempel erfüllt. Der Phantasie des Hörers oder Lesers wird das Ausmalen der ganzen Gestalt Gottes überlassen. Die Gestalten, die ihn umgeben, werden mit שרפים bezeichnet: die Wurzel שרף deutet daraufhin, daß es sich um Feuerwesen handelt, und daß wir uns diese Gestalten vor allem strahlend denken müssen. Das Motiv des 26*