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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 402

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel
Date
1934-01-01
Page
Seite 402 (sequence 4)
Language
German
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402 Die Typen der prophetischen Visionen in der Bibel geschauten Bildes. Die Deutung wird eingeleitet mit ויאמר אתי (in der dritten) oder ויאמר יי אלי. Das Bild mit dem Bleilot will symbolisch den Untergang des Volkes andeuten. Auch das Bild der vierten Vision (8!-3) von dem Korb mit den Sommerfrüchten (כלוב קיץ) kündet Unheil an: wie die Sommerfrüchte (n2) auf den nahen Herbst hinzeigen; so ist auch das Ende (קץ.), der Herbst des Volkes nahe. Hier ist zugleich Bild ר!יץ und Deutung קץ in ein Wortspiel gegeben. Wenn auch das Thema des letzten Gedichtes (9!4־) mit denen der vorangegangenen identisch ist, so ist doch die Form des Aufbaus und der Charakter des Bildes völlig anderer Art. Weder sieht Arnos ein Bild, das in sich die Deutung trägt, noch ist dies Bild einer Erklärung bedürftig. Arnos sieht in diesem letzten Gesicht Gott, vor dessen Allmacht und Allwissenheit es kein Entrinnen gibt: Nicht einer von ihnen soll entrinnen, kein einziger von ihnen sich retten. Für diese Zwiegespräche zwischen dem schauenden Propheten und dem erklärenden Gott ist charakteristisch, daß die Deutung — das drohende Unheil — in der Ich-Fofm vorgetragen wird, z. B, 82. Ausschließlich in der Ich-Form ist das Wort in der Vision * Wenn auch der Aufbau und die Bilder der Visionen Verschiedenheiten aufzeigen, so bilden sie doch alle zusammen ein Ganzes: das allmähliche Fortschreiten des Grundgedankens über das Gericht Gottes : Zuerst wird vom Gericht nur das Land berührt (Heuschreckenplage, Dürre), nachher werden die Heiligtümer zerstört, das Haus Jerobeam dem Schwert preisgegeberi, and schließlich kommt das Ende über das ganze Volk. Stilistisch ist besonders die fünfte Vision interessant. Im Vers 92;ff. wird in ergreifenden Zügen die Allmacht Gottes über die flüchtenden Israeliten geschildert, ähnlich wie Ps 1397-12. In dieser Vision die in einem antithetischen Parallelismus verfaßt ist, gebraucht der Prophet alt-Orientalische Motive, in welchen man einen Widerhall mythologischer Vorstellungen vernimmt, so in 92 und ■93: in Mythen erzählte man von Feinden der Gottheit, die in Höllen sich verstecken oder zum Himmel emporsteigen, wie etwa der babylonische Adapa, der Schlange schreibt man geheimes Wissen und dämonische Macht zu. Die Bilder der 1., 3. und 4. Vision sind der Wirklichkeit entnommen, die der 2. und 5. überkommenen

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