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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 4 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 4
Article
Der persönliche Gott
Date
1934-01-01
Page
Seite 397 (sequence 13)
Language
German
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Der persönliche Gott 397 Gott zuerkennen, so tritt uns das Geistige, das die höchste Form des Seins verkörpert, nur als persönlicher Geist gegenüber. Wie geartet er auch immer sein mag, ob es sich um ein logisches, ethisches oder ästhetisches Prinzip handelt, immer ist die Personlichkeit sein .Charakteristikum. Vielleicht läßt sich das logische Moment des geistigen Lebens am ehesten als unpersönliches Prinzip denken. Aber dieses Logische ist nur eine Abstraktion, kein lebendiges Prinzip. Das Geistige ist mehr als Logik, es ist Leben und zielsetzender Wille. Geistigkeit läßt sich daher nicht vom Moment des Persönlichen loslösen, es findet in ihm seine höchste Vollendung und Realisierung. Die Beziehung zwischen Gott und Welt erhält durch den Begriff der Persönlichkeit ihre Aufhellung. Betrachten wir das Verhältnis von Ursache und Wirkung, mit dem wir die Welt zu erklären suchen, so ergibt sich, daß die Wirkung nicht eindeutig aus der Ursache zu erschließen ist. Um zu einem zwingenden Kausalschluß zu gelangen, ist die Erfahrung notwendig, d. h. die regelmäßige Beobachtung, daß einer bestimmten Ursache immer eine bestimmte Wirkung entspricht. Die Kausalbeziehung allein aber reicht nicht aus, sobald es sich um das Werk der menschliehen Persönlichkeit handelt. Schon das handwerkliche Erzeugnis weist, abgesehen von der Beziehung ״Ursache—Wirkung", die in ihm liegt, auf das persönlich geistige Moment hin, dem es seine Entstehung verdankt. Wir wissen bei Betrachtung eines Gegen- Standes sofort, daß er seine Entstehung dem Schaffen einer Persönlichkeit verdankt. Diese Gewißheit wird um so stärker, je individueller der Gegenstand ist, um den es sich handelt. Das Werk des Künstlers offenbart uns sofort die überkausale, persönliche Art, der es seine Gestaltung verdankt. Auch die Welt, und was sie erfüllt; wird daher nicht allein durch einen Kausal- Schluß erklärt. Überall drängt sich uns die Wahrnehmung auf, daß sie ein persönlicher Geist geschaffen hat, für den die menschliehe Persönlichkeit nur eine schwache Analogie ist (Scheler). Wir dürfen nunmehr zum Ausgangspunkt unserer Betrachtung zurückkehren. Wir sahen den der Religion eigentümlichen Gegensatz zwischen dem Verlangen nach Gottesnähe, nach Erfassung des Göttlichen im Gebet und Erlebnis und dem polar entgegengesetzten Erleben der Gottesferne, des Andersartigen

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