Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine jüdisch-persische "Toldoth Jeschu"-Handschrift
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine jüdisch-persische ,,Toldoth Jeschu‘‘־Handschrift 347 Welches diese Vorlage1 war, von der unsere jüdisch-persische Übersetzung ausgegangen ist, läßt sich mit Bestimmtheit nicht mehr ermitteln. Der historische Ort dieser unserer T. J.-Handschritt im Rahmen des vorhandenen Textmaterials kann aber noch näher Umrissen werden, wenn wir unser Manuskript mit dem von Adler gefundenen Fragment aus Persien (== P) vergleichen. Obwohl die ,,exceptartige Kürze”2 des Fragmentes P mit seinen 40 und noch dazu korrumpierten Zeilen keine ausreichende Vergleichsbasis abgibt, so hat doch schon Bischof3 erkannt, daß auch P — wie auch die Version Jemen4 und Straßburg5 — zum ,,Typus Wagenseil” gehören. Da also P. und unser Ms. zum selben Typus gehören, besteht auch eine Beziehung untereinander. Der Charakter der Darstellung — jedenfalls auf Grund der ersten Partien — zeigt auch in der Tat in beiden eine weitgehende Übereinstimmung6. Diese Überein- Stimmung ist es, die uns vermuten läßt, daß wir P. als jene hebräische T. J.-Version zu betrachten haben, die unserem Übersetzer als Vorlage gedient hat. Der Übersetzer hat noch die vollständige hebräische Version gehabt, von der wir eben nur noch jene 40 Zeilen besitzen. Gestützt wird diese Annahme noch durch ein zeitliches Moment, denn unser Manuskript stammt 1 Die allzu große Übereinstimmung mit anderen schriftlich vorhandenen Texten verbietet die Annahme einer bloß mündlichen Überlieferung, ohne bestimmte schriftliche Vorlage. 2 Krauß a, a, O. S. 31. 3 Ebd. 4 Unsere Arbeitshypothese, die eine Beziehung zwischen Ms-Jemen und unserem Ms. vermutete, hat sich bei näherer Untersuchung nicht als haltbar erwiese». 5 Die Beziehung unseres Textes zur Version Straßburg drückt sich vor allem darin aus, daß die aramäischen Kamen der neu eingesetzten christlichen Feste (fol. 12 ff) sich nur noch in Version Straßburg finden. Vgl. Krauß a. a. O. S. 48, 180, 245, der jedoch diese aramäischen Kamen nicht weiter erklärt. 6 In beiden Versionen ist Mirjam Ehefrau und nicht Verlobte von B. Jochanan; die Ortsangaben sind ähnlich; hier allgemein Galilaea, dort Tiberias. Zeit ist die des 2. Tempels, und zwar Monat Tischri, hier ליל כפור, dort סליחות. Bei beiden wird das Lehrhaus von Tiberias erwähnt, auch der Disput mit den Gelehrten über denselben Gegenstand.