Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine jüdisch-persische "Toldoth Jeschu"-Handschrift
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Walter Fischei nellen Judentum verwurzelter persischer Jude gewesen sein, dem es sehr darauf ankam, das gerechte Walten der göttlichen Vorsehung an seinem Sujet zu demonstrieren. Das kommt so recht zum Ausdruck auch in den hebräischen Versen, die, direkt dem Titel folgend, gleichsam als Motto der ganzen Handlung betrachtet werden können: "נדול העצה ורב וכתוב אני ה׳ חוקר לב ובוחן כליות. u העלילה אשר עינך פקוחות על כל דרכי בני אדם וכתוב ישוב עמלו בראשו ועל קדקדו חמסו ירד"♦ n ולתת לאיש כדרכיו וכפרי מעלליו An dieses Vorwort schließt sich dann die Darstellung der T. J.-Erzählung direkt an. Wie ein Vergleich mit den bei Krauß zusammengestellten T. J.-Texten unschwer ergibt, stellt unser Text inhaltlich1 keine selbständige und neue Version dar. Alle auftretenden Personen2 in unserem Manuskript sind schon von anderen Versionen her bekannt und trotz mancher Veränderungen und Kürzungen sind auch die berichteten Ereignisse und Motive nicht neu3. Wir haben es also mit einer jüdisch-persischen Über- Setzung4 zu tun und zwar aus einer hebräischen oder aramäischen5 Vorlage, die, was Struktur und Eigenart der Dar- Stellung betrifft, dem sog. ,,Typus Wagenseil“6 angehört haben muß. 1 Im Formalen jedoch bietet unser Ms. sehr viel Originelles. Durchaus neuartig ist die Fassung des Titels, das ,,Vorwort“ und das ,,Schlußgebet“. 2 Es werden erwähnt; Mirjam, R. Jochanan, Joseph Pantera, Jesus, Simon b. Schetach, Jehuda b. Perachja, Königin Helena, Jehuda Sakarjoto (Iskariato), R. Tanchuma, R. Jochanan (in der Rolle von Elia), ein Gärtner (ohne Namen), Schüler etc. 3 Die geographischen Angaben in unserem Ms. sind sehr dürftig. Genannt werden nur Tiberias (als Wohnort von Mirjam und Geburtsort von Jesu), Jerusalem, Safed (s. oben S. 345, Anm. 3) und Antiochia. Babel, das in allen anderen Versionen vorkommt, fehlt, so auch Ägypten und Bethlehem. « 4 Der Übersetzungscharakter unseres Manuskriptes wird schon durch den fol. 13 b stehenden persischen Ausdruck אין גקל כתאב יש״ו angedeutet. 5 Vgl. aramäische T. J. Fragmente, REJ, Vol. 61/63, Ginzberg; Ginse Sehechter I. 324, Heller REJ 62, S. 41. 6 E. Bischoff hat den gesamten bis zum Jahre 1902 bekannt gewesenen Bestand an T. J. Versionen klassifiziert und in folgende Haupttypen eingeteilt: Typus Wagenseil, Typus de Rossi, Typus Huldreich, slavischer Typus und Typus Cairo. Vgl. E. Bischoff bei S. Krauß a. a. 0. S. 27/37.