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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 3 · p. Seite 345

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 3
Article
Eine jüdisch-persische "Toldoth Jeschu"-Handschrift
Date
1934-01-01
Page
Seite 345 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Eine jüdisch-persische ,,Toldoth Jeschu^-Handschrift 345 2. Die Handschrift* 1 umfaßt 13 Folioseiten zu je 20 Zeilen in ziemlich deutlicher persisch - rabbinischer Quadratschrift. Die Sprache ist persisch, enthält jedoch viele hebräische und manche aramäische Wortelemente, die zu einem eigentümlichen jüdischpersischen Dialekt vermischt sind2. Der persische Titel des Manuskriptes lautet: מעשה יש״ו הנוצרי או רוו ואייר שודן או תא ימח שורן או, also ״Die Geschichte Jeschu hanozri vom Tage seiner Geburt an bis zum Tage seines Unterganges“. Über die Herkunft, den Ort des Manuskriptes erfahren wir nichts3. Als Zeitpunkt der Abfassung des uns vorliegenden Manuskriptes steht am Ende (fol. 13b) als Schlußsatz und zwar in derselben Schrift wie die des Textes כוישתה שד אין כקל כתאב יש״ו אוול כסלו שנת תד״ד ליצירה לפ״ק; also ,,diese Abschrift (bezw. Übersetzung) des Buches Jeschu wurde verfertigt (geschrieben) . . . am 1. Kislew des Jahres 1844 תר״ד“. Wer der Übersetzer oder Abschreiber bezw. der Verfasser war, bleibt unbekannt. Wir können uns nur ein Bild von dessen religiöser Persönlichkeit machen durch so manche auffallende Wendungen und Redensarten im Texte selbst4. Er muß ein fest im traditio- Jüdisch-Persische Literatur (s. Encycl. Judaica, Bd. IX. Sp. 557/568; MGWJ, 1933 S. 113/127י Kirjath Sefer 1933 S. 522 ff.) war mir dieses T. J. Manuskript noch nicht bekannt gewesen. 1 Unser Ms. ist zusammengebunden mit einem aramäischen Kommentar auf Megilath Ruth und einer unvollständigen Midraschsammlung, betitelt מעשה אברהם ע״ה עם נמרוד. Es bestehen aber keine inneren Beziehungen zwischen diesen Arbeiten. 2 Vgl. was Noeldeke (ZDMG Bd. 51, 669 ff.) und Bacher (Jew. Encycl. VII, 314 ff.) über das Charakteristische des jüdisch-persischen Dialektes sagen. Über die Bedeutung des Jüdisch-Persischen für die iranische Sprachgeschichte s. Lagarde, Persische Studien S. 68. 3 Es fehlt auch jedes Lokalkolorit in der Erzählung, das den Ursprungsort näher erkenen ließe. Auffallend ist nur die Erwähnung von ,,Safed“ inObergalilaea (fol. 5b) was sich — so weit mir bekannt — in keiner anderen T. J. Version findet. 4 Vgl. z. B. auch die hebräischen Ausdrücke wie יהי רצון (fol. 13b bezügl. des Tempels in Jerusalem) חס ושלום (fol. 4b, 13a) הקדוש ב״ה (fol. 12b) חכמים ז״ל (fol. la) und vor allem das am Schluß des Textes stehende (fol. 13b) persische Gebet.

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