Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine jüdisch-persische "Toldoth Jeschu"-Handschrift
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 2)
- Language
- German
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344 Walter Fisch el legenden Buch ״Das Leben Jesu nach jüdischen Quellen“1 veröffentlieht und für seine Untersuchungen benutzt. Wenn auch dieses kleine Bruchstück aus Persien bezw. Buchara (bei Krauß2 P. genannt) kaum Wesentliches zur Er״־ kenntnis des ״Toldoth Jeschu“-Problems beitrug3, so war es doch von einem, allerdings von Krauß nicht weiter betonten, Gesichtspunkt aus höchst bemerkenswert. Es stellte nämlich den ersten und bisher einzigen Hinweis dafür dar, daß eine T. J. Version auch bei den persisch sprechenden Juden, also in unter islamischer Herrschaft stehenden Ländern wie Persien und Buchara existiert und Verbreitung gefunden haben muß4 —■ eine Version aber, die als Ganzes verloren gegangen zu sein schien. Die Annahme von der Existenz einer T. J. Version im persisehen Kultur- und Sprachgebiet konnte sich bisher nur auf den — vielleicht auch nur zufälligen — Fundort dieses Adlcrschen Fragments (== P) stützen; irgendwelche inneren oder äußeren Merkmale des gefundenen Textstückes boten hierfür keine Anhaltspunkte. Wir sind in der Lage, nunmehr von einem bisher völlig unbekannten T. J.-Manuskript zu berichten, das in imzweideutiger Weise nach Persien weist; es handelt sich nämlich um eine in persischer Sprache und zwar im Dialekt der persischen Juden selbst abgefaßte Toldoth Jeschu-Handschrift. Wir haben es also hierbei mit einem persischen Manuskript und nicht bloß mit einem Manuskript aus Persien zu tun. Die Universitäts- und Nationalbibliothek in Jerusalem besitzt unter der Signatur 357 ein מעשה יש״ו betiteltes Manuskript, das uns eine vollständige T. J.-Version in jüdisch-persischer Sprache liefert und damit nicht nur die Toldoth Jeschu-Forschung, sondern auch die jüdisch-persische Literaturgeschichte vor ein ganz neues Problem stellt5. 1 Berlin 1902, S. 140/141. Vgl. die neuesten Beiträge zum Toldoth- Jeschu- Problem in MGWJ 1932 S. 586/603, 1933 S. 44/61 von S. Krauß und MGWJ 1932 S. 33/42, 1933 S. 198/210 von B. Heller. 2 a. a. O. S. 21 und auch S. 30/31. 3 B. Heller sagt mit Hecht (MGWJ 1932 S. 35) ,, . . . ein persisches kleines Bruchstück hat kaum etwas Wesentliches an sich“. 4 Eine T. J. Version aus Jemen ist von Krauß a. a. O. S. 118/128 vollständig abgedruckt und übersetzt worden. 5 Beim Abschluß meiner zusammenfassenden Arbeiten über die