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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 3 · p. Seite 341

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1934-01-01
Page
Seite 341 (sequence 18)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 341 der sich in den Ofen stürzen will und auch von Chijja bar Asche, der, weil er den Lockungen seiner eigenen verkleideten Frau nachgegeben hat, ebenfalls in den Ofen stürzen will (Kid. 81 b). Die Aggada von dem als Sklaven verkauften Brautpaar, welches in Ermangelung einer gültigen Ehe, in keuscher Ehe lebt (Gittin 57 a), findet ihr Seitenstück in der Aggada von der keuschen Ehe zwischen Palti b. Lajisch und Michal der Tochter König Sauls: ein Schwert trennt sie im Ehebett von einander, Paltiel übertrifft an sittlicher Selbstüberwindung selbst Boaz und Joseph (Sanh. 19 b). Sonst ist die keusche Ehe im Allgemeinen der Aggada und wir können füglich sagen, dem Judentum fremd, hingegen der Kirche vertraut und genehm. Bekanntlich empfiehlt schon die kirchlich lateinische Übersetzung des Buches Tobia (VI. 17—22. VIII) die Enthaltsamkeit für die drei ersten Nächte. (So auch im hebräischen Text, den Gaster, Studies and Texts III. 5 herausgegeben hat und der sich auch schon hierdurch als Übersetzung der Vulgata verrät.) Diese Nächte heißen daher Tobiasnächte, während Ehen in ständiger Keuschheit, mit Bezug auf Joseph und Maria, Josephsehen genannt werden (S. Wilh. Hertz, Spielmannsbuch II. Aufl. 396, Heller Ethnographia, 1906 XVII. 216). Kirche’ und kirchliche Dichtung wird nicht müde, solche Ehen zu verherrlichen. Das Judentum steht dieser .Auffassung scharf gegenüber. Darum scheint es, daß die drastische Erzählung im späten Midrasch Tanna debe Ebjahu XXII. ed. Friedmann 38, 40 auf christliche Einwirkung hinweist, weil dort der zur Keuschheit bekehrte Held Zeit seines Lebens unverheiratet bleibt. In diesen Kreis gehört auch die späte Legende von Mathj a b. Charasch; Mathja zeichnet sich nicht nur durch Gelehrsamkeit, Rechtsinn und Wohltätigkeit aus, sondern auch durch engelgleiche Schönheit. Dabei hat er niemals ein Weib (nach Zusatz- Tanchuma auch nicht sein eigenes Weib) angeschaut. Wie er so in die Tora vertieft sitzt, wird der Satan von Neid ergriffen, und erwirkt von Gott, daß er ihn verführen dürfe. Er erscheint ihm in der Gestalt eines Weibes, schön wie Naama. Mathja flüchtet vor der Erscheinung. Der Satan als Verführerin verfolgt ihn. Da sticht sich Mathja mit glühenden Nägeln die Augen aus. Satan ist erschüttert. Gott schickt Rafael, Mathjas Augen

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