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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 3 · p. Seite 338

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1934-01-01
Page
Seite 338 (sequence 15)
Language
German
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338 M. Gaster und B. Heller Höllenfeuer bewahrt zu werden. Die Dame steht von der Verfolgung ab (Kid. 40 a). — R. Amram, im Begriff die Leiter anzusetzen, um sich zu einer schönen Sklavin zu begeben, schreit Feuer (bei Amram!), um die Nachbarschaft gegen sich selbst zu alarmieren. Die Rabbinen halten ihm vor: Du hast uns beschämt. Er rechtfertigt sich: Besser daß ihr euch Amrams in dieser Welt schämt und euch seinetwegen nicht in der ewigen Welt zu schämen habet. Der Dämon der Sündigkeit fährt in der Gestalt einer Feuersäule aus ihm (Kid. 81 a). Schon Joseph Perles (Zur Rabbinischen Sprach- und Sagenkünde 1873 S. 85—91) hat für die aggadischen Erzählungen von keuscher Enthaltsamkeit treffende arabische Parallelen, richtiger Nachahmungen, nachgewiesen. Heute bieten sich deren mehrere. Zur Geschichte von Nathan de Zuzita bei Gaster bietet Abu Muhammad Dschafar al Qäri ibn as-Sarädsch ein entsprechendes Seitenstück: Der liebeglühende ,,Gottesdiener“ (= Israelit) wird um den Preis von 100 Dinaren zu einer schönen Frau zugelassen,, doch er beherrscht sich, will die gezahlte Summe fahren lassen und fortstürmen. Da gesteht ihm die Schöne ihre Liebe und bietet ihm die Ehe an (Rudi Paret, Früharabische Liebesgeschichten Bern, 1927, 68 f.). Vielfach wirkte auf die arabische Märchen- und Legendendichtung folgende Aggada: R. Kahana war durch Armut gezwungen, Körbe zu verkaufen. Eine vornehme Käuferin bestürmt ihn mit ihrer Liebe. Vorschützend, er wolle sich für die Liebesbegegnung schmücken, steigt er aufs Dach und stürzt sich in die Tiefe. Doch Elijahu fängt ihn auf und wirft ihm vor, daß er ihn von 400 Parasangen weit herbemüht hat. Kahana entschuldigt sich, an allem sei seine Armut schuld. Elijah gibt ihm eine Kiste voll Golddinaren (Kid. 40 a). Perles (47—58) führt als Parallele aus* 1001 Nacht an: ״Das tugendhafte israelitische Ehepaar“. Doch die islamische Legende kennt noch näher Entsprechendes. Da ist es Juchana, ein israelitischer Asket; der sich mit Korbflechten ernährt. Er strahlt in Schönheit, wie der Edelstein in seiner Fassung, Unter dem Vorwand, von seinen Körben zu kaufen, läßt ihn eine vornehme Dame ein treten. Sie bietet ihm ihre Liebe und ihre Schätze an. Er stürzt sich von der Höhe. Der Engel Gabriel fängt ihn auf (R. Basset 1001 Contes, III.

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