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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 3 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1934-01-01
Page
Seite 337 (sequence 14)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 337 ihn und sich vor diesen Strafen erretten/' Als der Jünger zu ihr kam, sagte sie daher zu ihm: ,,Warum wolltest du deiner Seligkeit um einen augenblicklichen Genuß verlustig gehen?" Er ließ sich aber von ihr nicht abweisen, da griff sie zu einem drastischen Mittel, ,,et nasum ejus in cunnum ducens, eum odorari fecit". Von diesem Augenblicke an sah er kein Weib mehr an und blieb unbeweibt bis an sein Lebensende. Eine Stimme aber verkündete, daß sowohl er, als das Mädchen der ewigen Seligkeit teilhaftig geworden seien. Einigermaßen verwandt scheint auch die Erzählung Gittin fol. 57 a zu sein. ,,Unter den als Sklaven verkauften Juden befand sich ein Bräutigam und seine Braut. Als sie heirateten, bat ihn die Braut, sie nicht zu berühren, da sie ohne ,,Kethuba" (d. h. Schriftstück betreffend die Morgengabe und Hochzeitssumme) einander geheiratet. Und wirklich lebten sie bis an ihr Ende ohne ehelichen Umgang. Als der Mann starb, klagte man an seiner Bahre und hob diesen seinen Vorzug hervor, der ihn sogar größer als Joseph mache. Joseph hatte nur einen Augenblick und bei einem fremden Weibe zu bestehen, dieser hier bestand es und bezwang seine Leidenschaft Tag für Tag, obzwar sie in demselben Bette schliefen und als Mann und Frau lebten." Zu der Geschichte des ,,Nathan mit den Zizith" vgl. Gaster Exempla of the Rabbis Nr. 35 ,,Nathan de Susita", wo eine große Literatur angegeben, und die von mir herausgegebene hebräische Erzählung in Hazofeh ed. Blau. Ergänzungen: Beispiele für heldenhaft überwundene Sinnlichkeit lassen sich aus dem talmudisch-midraschischen Schrifttum mehrfach ergänzen. R. Chanina bar Papa wird von einer vornehmen Dame mit Liebe bestürmt. Durch ein Wunder bewirkt er, daß seine Haut von Grinden und Blattern entstellt wird. Doch die Dame heilt ihn. Da verbirgt er sich in einem von Dämonen hart gefährdeten Badehause. Hier wird er von gottgesandten Wunderwesen beschützt (Kidduschin 39—40). — Auch R. Zadok wird von der Liebe einer Matrone verfolgt. Er schützt Herzensschwäche vor. Da läßt die Dame ein Mahl bereiten, Zadok will sich in den brennenden Ofen stürzen, um durch das irdische Feuer vom Monatsschrift, 78. Jahrgang 22

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