Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 4)
- Language
- German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 327 Frau im weißen Zelte der Lust hingibt, verkündigt ein Rabe, der sieh auf die Eiche setzt, daß Maria doch Iwan, gehören wird. Kaschtschei schießt einen Pfeil nach dem Raben ab, verfehlt ihn aber, und der Pfeil fällt auf sein eigenes Haupt. Maria will nun den Iwan töten, läßt sich aber von Iwan bereden, bindet ihn los und wird von ihm durch Abschneidung der Lippen, Arme, Beine bestraft, ,,weil diese mit dem verfluchten Tataren in Berührung gewesen“. Daran schließt sich auch die dritte Erzählung , in den Meschalim an, die ebenfalls von der Treulosigkeit der Frauen handelt, a. a. G. f. 60b ff. Sie findet sich auch in den Maassijot des R. Nissim ed. Amsterdam f. 14 a ff. Als Salomo den Satz aussprach: ״Einen Mann habe ich unter Tausenden gefunden, aber ein Weib habe ich unter allen diesen nicht gefunden“ (Eceles. 728), wunderten sich das Volk und die Männer des Synhedriums. Salomo sah es und sagte zu ihnen: ״Suchet mir eine gute Frau und einen guten Mann auf, und ich werde euch von der Wahrheit meiner Behauptung überzeugen.“ Sie suchten und fanden , ein passendes Paar. Hierauf ließ Salomo den Mann rufen und versprach ihm, ihn zu einem hohen Amte zu befördern, ihm sogar seine eigene Tochter zur Frau , zu geben, nur müßte der Mann seinem Weibe vorher das Haupt abschlagen und es vor Salomo bringen. Der Mann versprach es und kehrte nach Hause zurück. ־ Dort: angelangt säh er seine Frau in ihrer Schönheit und die :Kinder, die sie ihm geboren hatte und weinte bitterlich. Die Frau, die seine Betrübnis sah, aber deren Ursache nicht;kannte, brachte ihm Speise, und Trank. Er aber wollte nicht essen, sondern ließ sie mit den Kindern zu Bette gehen. Kaum war sie eingeschlafen, als er das Schwert zückte und.sich dem Bette näherte, um sie zu־ töten. Doch was sah er? Ein Kind schlief in ihren Armen, und ein anderes an ihre Schulter gelehnt. ״Wenn ich sie: töte,“ sagt er sich, ״dann sterben auch meine Kinder,“ und steckte das Schwert in die Scheide, aber noch einmal flüsterte ihm ein böser Geist zu : ״Wenn du sie tötest, wirst du der Schwiegersohn des Königs“, und wieder näherte er sich ihr mit gezücktem Schwerte. Da lag sein Weib und ihr reiches Haar umflutete den Säugling, ihn ganz einhüllend. Von Liebe und Zärtlichkeit ergriffen warf er das Schwert von