Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 3)
- Language
- German
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326 M. Gaster und B. Heller und die er nie allein läßt. Da er eine Reise unternehmen muß, nimmt er die Frau mit und gelangt in einen Bhillawald, wohin er aber seine Frau mitzunehmen fürchtet, und er läßt sie bei einem alten Brahmanen in einem Dorfe. Die Frau aber, als sie einen jungen Bhilla gesehen, ging mit ihm weg, ohne sich um ihren Mann zu kümmern. Als dieser von der Geschäftsreise zurückkehrt, und die Frau dort, wo er sie gelassen, sucht, sagt ihm der alte Brahmane, er möge sie nur in dem Bhilladorfe suchen. Diese, nachdem sie ihn erblickt hatte, ging voll Furcht zu ihm hin und sagte: ״Es ist meine Schuld nicht; ich bin von einem Bhilla hierher mit Gewalt geführt“. Da sie nun der Mann auffordert mitzukommen, rät sie ihm in einer Höhle abzuwarten, bis die Bhillas schlafen gegangen sein werden, dann werden sie den Bhilla umbringen und ungefährdet fliehen können. Der Mann befolgt ihren Rat, und wird von ihr dem heimkehrenden Bhilla verraten, der ihn herauszieht und an einen B a um bindet; n ach dem e r vor dessen Augen mit de r Frau gegessen u n d m i t i hr die Liebe genossen, schlief er vergnügt i n ihren Armen ein. Der an den Baum gebundene Mann flehte zur Göttin Tschandi, die seine Bitte erhörte, ihm mit dem Schwerte des Bhilla die Bande löste, und ihm das Schwert gab/ diesem den Kopf abzuschlagen, was er auch tut und seine Frau weckt. Diese aber versteckt den Kopf des Bhilla und bringt ihn mit in die Stadt, wo sie ihren rechtmäßigen Mann, als den Mörder ihres Gatten, dessen Haupt sie mitgebracht hätte, anklagte. Der König ließ jedoch die Sache genau untersuchen und ließ dem bösen Weibe die Ohren und die Nase zur Strafe abschneiden. Mit Ausnahme des Schlusses, der dem jüdischen mehr angepaßt ist, stimmt diese Erzählung in allen wesentlichen Punkten mit unserer überein. Eine Reihe hierher gehöriger: Parallelen hat Liebrecht Zur Volkskunde S. 39—43 gesammelt. Aus dieser Reihe nähert sich die erste russische Version unserer Fassung am meisten. Iwan Gadinowitsch, einer von Wladimirs Helden, holt sich die dem Fürsten Kaschtschei Tripetowitsch verlobte Maria Dimitrijewitschna, wird aber von Kaschtschei eingeholt, mit Hilfe der Maria gebändigt und. a n einen Eichbaum gebunden. Während Kaschtschei sich mit der untreuen