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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 3 · p. Seite 325

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1934-01-01
Page
Seite 325 (sequence 2)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 325 aus den ,,Meschalim“ des Königs Salomo. Ed. Venedig 1544. fol. 60 a. f., ed. Constnpl. 1516—17 Bogen 10 Blatt 2 c. f. Die erste haben wir schon oben in einem anderen Zusammenhänge behandelt. Es reiste einst ein Mann von Tiberias nach Bethar, um sich der Lehre zu ergeben; er war aber sehr schön. Ein Mädchen sah ihn, verliebte sich und sagte zu ihrem Vater: ,,Ich wünsche, daß du mich jenem Manne verheiratest“. Als der Vater dieses hörte, lief er dem jungen Manne nach und fragte ihn, ob er seine Tochter heiraten möchte? Dieser war damit zufrieden, und so kehrten sie beide zurück, machten Hochzeit, und der junge Mann lebte ein Jahr lang mit seiner Frau. Als das Jahr um war, sagte die Frau, daß sie sich so sehr nach ihren Eltern sehne und bat den Mann, mit ihr nach ihrer Heimat zu reisen. Er willigte ein, packte alles zusammen, und so reisten sie denn zu ihren Eltern. Auf dem Wege aber begegnete ihnen ein bewaffneter Räuber. Kaum hatte die Frau den Räuber gesehen, als sie schon in Liebe zu ihm entbrannte; auch er verliebte sich in sie. Da ergriffen sie den Mann und banden ihn an einen Baum, worauf der Räuber mit der Frau vor seinen Augen der Liebe pflegte. Darauf aßen sie und tranken, und der Räuber legte sich schlafen, seinen Weinschlauch legte er sich zu Häupten. Als er eingeschlafen war, kam eine Schlange, trank aus dem Weine und spie ihr Gift hinein. Kurz darauf erwacht der Räuber, trinkt von dem Weine und stirbt. Voller Staunen sah der Mann das Wunder, das ihm geschehen und bat seine Frau, sie möchte ihn vom Stamme losbinden. Diese aber fürchtete seine Strafe. Er schwur ihr nun zu, daß er ihr nichts zufügen werde. Erst dann band sie ihn los, und sie setzten ihre Reise weiter fort. Als sie zu den Eltern der Frau kamen und ihnen Speise und Trank vorgesetzt wurde, sagte der Mann: ״Ich rühre nichts an, bis ich nicht alles erzähle, was uns zugestoßen/' und erzählte die ganze Begebenheit. Was tat ihr Vater? Er brachte seine sündige Tochter um. Daher sagt auch Salomo (Prediger 7, 28) ״aber ein Weib habe ich unter allen diesen nicht gefunden“. Unter allen ähnlichen Erzählungen entspricht dieser die vierte bei Benfey Pantschat. I. S. 438—441. In einer Stadt hatte ein sehr eifersüchtiger Mann eine schöne Frau, der er nie traut,

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