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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 290

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Der Kampf um die preußische Judenemanzipation im Jahre 1833
Date
1934-01-01
Page
Seite 290 (sequence 3)
Language
German
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290 ]Fritz Friedlaender jener gelehrten Kritik, die zu den Ruhmestiteln der historischen Rechtsschule gehört. Bei der historisch-systematischen Gliederung und Einordnung des Materials erweist sich Koch als Meister in der Bewältigung ungeheurer Stoffmassen; unnötig zu sagen, daß er die reichhaltige Literatur sorgfältig benutzt. Er hebt die wirtschaftsgeschichtliche Seite des Judenproblems scharf heraus. Nach seiner Feststellung behandelten die Obrigkeiten die Juden von jeher wie Schwämme, welche von den Staatsbürgern einsaugten und sich von ihren Herren beliebig ausdrücken ließen. Infolge der Einschränkungen und Zurücksetzungen in bürgerlichen und rechtlichen Verhältnissen blieb den Juden fast kein ehrliches Erwerbsmittel übrig. Die ihnen angedichteten Albernheiten gehen ins Unglaubliche. Ihre eigentümliche gesellschaftliche Verfassung und ihr nationales Recht sind als Folgen ihrer Zurücksetzung aufzufassen. Eine Emanzipation der Juden ist freilich unerläßlich, aber nur als eine Maßregel der Staatsklugheit und keineswegs um der Juden willen ist sie zu fordern. Denn die Juden befinden sich in einem widernatürlichen Verhältnis zur Staatsgesellschaft. Sie fühlen sich selber als Fremde und sind den Christen feindlich gesinnt. War Kochs Anschauung vielleicht von judenfeindlichen Regungen bestimmt? Wie aus dem folgenden ersichtlich ist, sprechen die Tatsachen teils dagegen und teils dafür. Er bekannte sich zur liberalen Weltansicht und hat in späteren Jahren ein Abgeordnetenmandat der Fortschrittspartei inne gehabt. Sein aufrechter Charakter verschmähte es, um die Gunst der herrschenden Gewalten zu buhlen.; er vertrat den Grundsatz, ,,daß der Glaube an die Berechtigung irgend einer Amtsautorität in Sachen der Wissenschaft wankend werde“. Zwei Jahre nach dem Erscheinen seines Buches über die preußischen Juden kam er als Oberlandesgerichtsrat nach Breslau. Hier traf er unter anderen mit Heinrich Simon zusammen; Der hinreißende Mann gewann Kochs sprödes Herz. Die beiden hervorragenden Juristen vereinigten sich zu großangelegten wissenschaftlichen Arbeiten. Im Verfolg jener Entwürfe nahm Heinrich Simon später im Verein mit Ludwig von Rönne den Gegenstand Kochs wieder auf: im Jahre 1843 erschien ihr gemeinsames Werk über die Verhältnisse der Juden in den preußischen Staaten. Jedenfalls hat Koch an der ur-

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