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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats
Date
1934-01-01
Page
Seite 287 (sequence 9)
Language
German
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Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats 287 zweifellos, daß es sich hier um die in I Chr 32l angeführte Persönlichkeit handelt, die von Serubabel abstammte und 6 Geschlechter nach ihm lebte. Wie viele damaligen Juden ist auch dieser Davidide aus Palästina nach dem eben erstandenen Alexandria ausgewandert1. Die Unhistoricität der dem Seder Olam suta mit I Chr. 3 gemeinsamen Personen, zu denen auch Alcub (Akabja) gehört, dürfte damit noch wahrscheinlicher gemacht sein. Dunkel und geheimnisvoll klingt nach wie vor jene Nachricht über die Beisetzung im Heiligen Lande, die der Persönlichkeit des Chiskia einen Schein von historischem Gepräge gibt. So viel dürfte sicher sein, es kann sich nur um das palästinische, nicht um das babylonische Arbel oder Arbela handeln. Allerdings wurde ein Distrikt in der Gegend des babylonischen Arbela geradezu Palästina genannt2, weil die jüdische Kolonie dort überaus zahlreich war. Aber es ist doch wohl undenkbar,, daß unmittelbar nachher bei Huna das eigentliche Palästina und hier das babylonische gemeint sein könnte3. Es war eine hochberühmte Gegend, dieses Arbel, das heutige Irbid, welches schon bei Hosea als ״Bet Arbel“ erwähnt wird4. Nach der Tempel- Zerstörung lebte hier die priesterliche Dienstklasse aus dem Geschlechte des Priesters Josua. Der Eigentümer des Berges und Tales, der Priester Josua ben Saraf5, den das Seder Olam suta nennt, begegnet uns auch in einem sonderbaren Zusammenhang im Buche Serubabel. ״Plötzlich“, so heißt es dort, ״kommt Menachem ben Amiel (der Messias) im Monat Nissan. Er kommt und steht im Tale Arbel, welches dem Josua ben Saraf gehört6. Sei es wegen der eigenartigen Schönheit der Landschaft, sei es aus einem anderen uns unbekannten Grunde wird also das erste Auftreten des Erlösers an diesen Ort, der nur eine halbe Stunde von Tiberias entfernt lag, geknüpft. Vielleicht, daß jene talmudische Nachricht irgendwie damit zusammenhängt, nach der 1 S. MGW J 1933, 192 f. 2 Plinius Hist. nat. VI, 31. s. auch Lazarus a. a. O. 58 Anm. 5. 3 Vgl. 'auch A. Epstein in MGWJ 1919 S. 267 Anm. 2. 4 Hosea 10, 14. 5 Der Name Saraf I Chr. 4, 22. 6 Kalir, der nach Luzzatto das Buch Serubabel benutzt, erwähnt im Piutzyklus des Römischen Ritus für den 9. Aw nach dieser Stelle das Tal Arbel.

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