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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 286

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats
Date
1934-01-01
Page
Seite 286 (sequence 8)
Language
German
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286 Felix Lazarus mit den Rasche Galujot in Babel. Und sie (die Rabbinen), ihr Andenken zum Segen, sagen: Nicht soll weichen das Zepter von Jehuda, das sind die Rasche Galujot zu Babel. Sie wollen damit sagen, daß wir auch in dieser Zeit, wo um unserer Sünden willen das Reich und die Herrschaft von uns gewichen sind, verpflichtet sind, als Söhne der Gola, uns einen Fürsten zu wählen aus dem Samen Davids, daß er Rosch Gola sei, und wir gehorchen ihm und lassen ihn über uns herrschen/' Der Verfasser dieser Notiz steht demnach offenbar auf dem Standpunkt des Seder Olam suta und sieht mit diesem schon in König Jehojachin nach II Kön. 2527, 28 den ersten babylonischen Exilarchen (vgl. dazu auch F. Lazarus ,,Die Häupter der Vertriebenen" S. 54 f.). Jojachins in I Chron. 3 aufgeführte Nachkommen galten schon früh als Exilarchen, während doch in der Chronik selbst nicht das Geringste über diese ihre Ehrenstellung, sowie darüber, daß sie in Babylon beheimatet gewesen wären, zu finden ist. Nach Juda ben Koraisch (Kommentar zu Chron., ed. Kirchheim, S. 16) wäre die Liste von Davididen (I Chr 317 ff.) erst später am Ende der Periode des 2. Tempels der Chronik angehängt worden. Das ist vermutlich auch die Meinung des Seder Olam suta, von der ausgehend es Schechanja zur Zeit der Tempelzerstörung ansetzt. Andererseits ist das Verzeichnis der Chronik keineswegs mit dem des Seder Olam suta völlig identisch. Weder die Reihenfolge noch die Verwandtschaftsverhältnisse stimmen stets überein. Dazu kommt, daß bei dreien dieser auch in der Chronikstelle vorhandenen Personennamen historische Notizen angefügt sind, nämlich bei Chiskija, daß er sich, wie fromme Juden es nach dem Zeugnis des Talmuds zu tun pflegten (Ketub. 111 a), im heiligen Lande auf dem Hügel Arbel, der dem Priester Josua ben Saraf gehörte, habe beisetzen lassen, und bei Jochanan und Schafat, daß ihr Chachem R. Chananel gewesen sei1, Es könnte danach immerhin zweifelhaft erscheinen, ob wir es bei allen oder diesen drei auch in der Chronik zu findenden Namen im Seder Olam suta, mit einer Entlehnung aus dem biblischen Geschlechtsregister zu tun haben. Nun hat man neuerdings in Alexandria eine Grabinschrift gefunden, die die Namen עקביה בר אליועיני enthält. Es ist wohl 1 S. aber Lazarus a. a. 0. S. 22.

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