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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 282

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats
Date
1934-01-01
Page
Seite 282 (sequence 4)
Language
German
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282 Felix Lazarus weise identisch mit dem unter den Archipherekiten im Seder Olam suta genannten Miesa)1, soll durch die Gehässigkeit von Karäern sein Leben eingebüßt haben (vgl. auch Mann ,,Jews in Egypt“ I S. 60). Für Babylonien dagegen ist ms von solchen Streitigkeiten nichts bekannt. An sich wäre es demnach sehr wx>hl denkbar, wenn die babylonischen Hochschulen für den karäisehen Anschaumigen zaneigenden Daniel ein traten. Übrigens macht auch das Seder Olam suta den Eindruck, als ob es seine Abfassung einem solchen Wahlkampf verdankte (s. Lazarus ,,Die Häupter der Vertriebenen“ S. 27 Anm. 3, 29 Anm. 2). Der letzte in ihm erwähnte Resch Pirka, Chazub, den Brüll ganz ohne Grund mit dem Massoreten Chabib identifiziert, muß ungefähr um 825 angesetzt werden. Vermutlich haben wir in ihm den Leiter der Hochschule von Tiberias zu sehen, der nach Abulfaradsch* Bericht den babylonischen Exilarchatsbeweiber David unterstützte. Die zweite große Schwierigkeit in Barhebräus* Bericht hat Grätz in der Angabe gesehen, die Karäer begingen statt des Sabbats den Mittwoch als Ruhetag. Wir wissen heute, daß die Frühperiode der Ananitenbewegung (denn so nannte man anfangs die Karäer). ein Sammelbecken für die verschiedensten heterodoxen Richtungen im Judentum darstellt, und daß darunter eine war, die den Ruhetag auf den Dienstag verlegte. Es ist demnach keineswegs ausgeschlossen, daß eine andere Sekte ihn am Mittwoch feierte (s. Festschrift für Moritz Schäfer S. 135). Markon (a. a. O. S. 131) vermutet in einem angeblichen Enkel Anans, der auch in dem Siddur R. Amrams erwähnt wird, den Bewerber um die Exilarchenwürde von 825, Daniel. Es ist danach kein Grund vorhanden, daran zu zweifeln, daß wohl die palästinische Hochschule, nicht aber die babylonischen Hochschulen für David ben Jehuda eintraten. Indessen scheint die Stellungnahme der letzteren für den Sektierer Daniel mehr aus taktischen Gründen erfolgt zu sein. Man wollte offenbar David zwingen, auf die ihm von den Gaonen vorgelegten Bedingungen einzugehen. Das geht aus dem im Tarbiz I S. 126 ff., II S. 67 veröffentlichten 19. Briefe Samuels ben Ali, des Bagdader Gaons um 1170, hervor. ,,Die früheren Exilarchen“, so schreibt Samuel einer Reihe von syrischen Gemeinden, ,,waren Despoten, 1 Lazarus, ,,Häupter der Vertriebenen“ Frankf. 1890, 26 A 1.

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