Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 3)
- Language
- German
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Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats 281 gelegenheit bei den Juden gewesen zu sein. Ob irgend ein amtlicher Schritt bei den mohammedanischen Oberbehörden zur Erhaltung des Status quo ante erfolgt ist, wissen wir nicht. Es scheint indes vielmehr, daß den Hochschulleitungen die schwierige Situation, in welche das Exilarchat sich durch die Verfügung der Regierung versetzt sah, sehr zustatten kam, um sie zu ihrem B esten auszunutzen. Über die Rolle, die die beiden babylonischen Hochschulen bei dem Kampf um die Neubesetzung des Exilarchats gespielt haben, liegen uns 3 Berichte vor. Außer dem bereits angeführten des Abulfaradsch Barhebräus und dem Scheriras besitzen wir nunmehr auch eine weitere Quelle in einem Briefe Samuels ben Ali, des Hauptes der Bagdader Hochschule um 1170. Grätz fand in dem ersteren Bericht eine Reihe von Schwierigkeiten und Dunkelheiten, die für uns dank den Genizafunden keine solchen mehr bedeuten. Da Grätz von palästinischen Hochschulen in gaonäischer Zeit so gut wie nichts wußte, konnte er A.s Angabe, Tiberias hätte D. bei seiner Bewerbung unterstützt, nur als ״Unsinn“ bezeichnen (V4 S. 344). Nachdem war aber aus den Briefen Ben Meirs von einer Beeinflussung der Exilarchenwahl durch die palästinische Hochschule um 920 erfahren haben, liegt kein Grund vor, eine solche ein Jahrhundert früher für undenkbar zu halten. Die persönliche Gereiztheit der Karäer gegen die Rabbaniten soll nach dem zweiten Brief Ben Meirs so groß gewesen sein, daß seine Vorgänger Musa und Moses (um 850) Opfer dieser Feindschaft wurden. Ein noch früherer Vorfahr des Brief Schreibers, Musa (möglicherbekenntnis zu ändern und ihre Gewohnheiten ״vorausgesetzt, daß sie die uns schuldige Ergebenheit wahren“ etc. Im Einklang damit sichert ein bei Dünaburg תולדות ישראל ישראל בגולה״“ S. 4 abgedruckter Brief Mohammeds aus der Geniza den J. Glaubensfreiheit zu (ed. H. Hirschfeld in JQB 15, S. 167 ff.) Vgl. jedoch die Anm. 11 bei Dünaburg a. a. 0. In Elat am roten Meer bewahrten die J. noch im 13. Jhdt. eine ihnen angeblich von Mohammed ausgestellte Urkunde. (D. a. a. O. S. 13. Abu Jussuf (Ende des 8. Jhdts., bei D. S. 14) befiehlt dem Abu-Obida, treulich über die Einhaltung der Bedingungen zu wachen, die er mit den Ungläubigen vereinbart habe. Jedenfalls erwecken Mamuns Maßnahmen wie sie Abulfarag uns schildert, den Eindruck, daß er bezüglich der Nestorianer von einer strengen Durchführung seines früheren Erlasses Abstand nahm.