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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Neue Beiträge zur Geschichte des Exilarchats
Date
1934-01-01
Page
Seite 280 (sequence 2)
Language
German
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280 Felix Lazarus redete der Patriarch den Chalifen an ־and sagte: ,,Deine Väter gesegneten Andenkens haben uns das Patriarchat zuerkannt und uns eine Urkunde übergeben (diploma nobis tradiderunt), die Du in gleicher Weise mir gegeben hast. Nun also möge nicht gegen uns ein neues Gesetz verfügt werden/' ,,Daraus geht hervor, daß wir gegen die Sünder als Strafe nicht Schläge oder den Tod oder Güterkonfiskation beschließen. Sondern, wenn es sich uni einen Bischof oder Presbyter handelt, setzen wir ihn ab, wenn es aber ein Laie ist, so stoßen wir ihn aus der Kirche aus/' Der Chalif meinte: ,,Daß Ihr den Sünder vom Amte entfernet, verbieten wir Euch nicht. Daß Ihr ihn aber aus der Kirche ausstoßt und am Reden verhindert, halten wir nicht für Recht für Euch: denn gerade die Sünder müssen beten und von Gott Verzeihung erbitten." Dann befahl der Chalif dem Richter Isak folgendes: ,,Untersuche die Sache, und wenn Lazarus dem Patriarchen untergeordnet ist im Glaubensbekenntnis (si L. subjectus sit patriarch ae in fidei confessione, adimple in eum mandatum ejus." etc. Das ereignete sich im Monat Adar (Martio) anni 1140 (Chr. 829). Im Monat Teschrin aber (Oktober oder November) des Jahres 1141 (Chr. 829) ordinierte er zu Bagdad einen Bischof anstelle von Lazarus. (S. 371.) Im Jahre 1148 (Chr. 837) starb Abraham, der Kirchen- Spaltung Urheber. Da versammelten sich die schismatischen Bischöfe und bestimmten an seiner Stelle Simeon, seinen Bruder, dem die Hand aufgelegt hatte Philoxenus Nisibis, der abgesetzt war. Wenn auch die gesamte Bevölkerung der Cyrrhener den Mar Dionysius haben wollte (den Patriarchen), so hing sie doch dem Simeon an, geführt durch den Zwang der Seinen. Wie es von den Samaritanern geschrieben ist, daß sie den Herrn gefürchtet, ihre Götter aber verehrt hätten." S. 384. Es scheint demnach, daß inbezug auf den Fall L., nicht aber auf den Fall Philoxenus vom Chalifen im Sinne des Patriarchen entschieden wurde. Inwiefern dieser zweite Fall anders lag, geht aus Barhebräus nicht hervor1. Ganz anders scheint der Verlauf der An- 1 Die rechtskundigen Berater des Chalifen kommen im Gegensatz zu den Folgerungen des Katholikos Dionysius (oben S. 2 f.) nach Überprüfung der Rechtslage zu dem Schluß, man sei nach den Verträgen nur dazu verpflichtet, ״sie mit Gewalt nicht zu zwingen, ihr Glaubens-

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